Berufsunfähigkeit: Sorgen Sie jetzt vor
Was passiert, wenn Sie plötzlich durch eine Krankheit oder einen Unfall Ihren Beruf nicht mehr ausüben und Ihre Firma nicht weiter führen können? Dann zahlt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung aus.
Was bringt die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung?
Zwar zahlen die Sozialversicherungen zwei Drittel des letzten Bruttogehalts. Für alle, die nach 1960 geboren sind, gilt dies aber nur, wenn sie so krank sind, dass sie weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten können. Welche Arbeit das ist, spielt dabei keine Rolle – solange Sie irgendeine Tätigkeit ausüben können, wird dies angerechnet. Wer laut Attest sechs Stunden arbeiten könnte, bekommt nur den halben Satz. Und dies auch nur, wenn er mindestens 60 Monate lang einbezahlt hat. Unternehmer gehen da häufig leer aus. Unfallversicherungen helfen nur bei Unfällen und anerkannten Berufskrankheiten. 75 Prozent aller Ursachen für Berufsunfähigkeit sind jedoch allgemeine Krankheiten.
Wann können Sie bei der privaten BU mit Geld rechnen?
Sobald festgestellt wird, dass Sie Ihren Beruf (und nur diesen) „auf Dauer“ nicht mehr ausüben können, springt die private Berufsunfähigkeitsversicherung ein. Meist liegt der Zeitraum bei mindestens sechs Monaten. Wichtig bei Vertragsabschluss: Achten Sie darauf, dass der Versicherer Sie nicht auf andere „zumutbare Tätigkeiten“ verweisen darf, bevor er zahlt (so genannte Verweisungsklausel). Günstig ist auch, wenn die Versicherung schon bei teilweiser Berufsunfähigkeit zahlt.
Wie hoch sollte die Rente sein?
Keinen Fehler machen Sie, wenn Sie etwa 75 Prozent Ihres aktuellen Nettoeinkommens absichern. Erwarten Sie in Zukunft höhere Einkommen als heute, vereinbaren Sie eine so genannte Nachversicherungsgarantie. Dadurch können Sie innerhalb bestimmter Fristen die Rentensumme ohne Probleme erhöhen.
Wie lange wird eine Rente gezahlt?
Wenn nicht ganz klar ist, dass eine Rückkehr in den Beruf völlig unmöglich ist, erkennen die Versicherer eine Berufsunfähigkeit nur für drei bis fünf Jahre an. Dann wird erneut geprüft. Zeigt sich jetzt, dass Sie Ihren Beruf wieder ausüben können, erlischt der Rentenanspruch. Dies gilt auch, wenn Sie einen anderen Beruf ergreifen.
Wie können Sie die Kosten drücken?
Wer seine Beiträge jährlich bezahlt, kann bis zu fünf Prozent sparen. Sie können auch eine Karenzzeit vereinbaren: Statt rückwirkend vom ersten Tag der Berufsunfähigkeit an bezahlt die Versicherung erst ab einem bestimmten Zeitraum, z.B. nach sechs Monaten. Ob eine dynamische Anpassung der Rentensumme notwendig ist, müssen Sie selbst entscheiden. Sie treibt zwar die Kosten nach oben, verhindert aber acuh, gene Ansprüche eine Versorgungslücke entsteht. Eine ähnliche Überlegung müssen Sie bei der Festlegung der Vertragslaufzeiten tätigen. Wenn Sie sich nur bis zum 60. Lebensjahr versichern, kann das bis zu 50Prozent billiger sein als bis zum 65.
TIPP Viele Experten raten zwar von einer Kombination von Kapitallebensund Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Aber die Versicherer bieten häufig günstige Kombinationstarife, um zum Beispiel eine durch kürzere Vertragslaufzeiten drohende Versorgungslücke zu schließen. Prüfen Sie deshalb auch solche Angebote.
DARAUF SOLLTEN SIE ACHTEN
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Autor: Martin Buttenmüller





