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07.05.2009
Bewerbungen

Bleiben Sie auch in der Krise aktiv

Die Wirtschaftsprognosen für 2009 sind düster. Um bis zu 5 % könnte nach Ansicht verschiedener Forschungsinstitute das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sinken. Lassen Sie sich bei Bewerbungen dennoch nicht entmutigen, wenn Sie einen Stellenwechsel planen. Bleiben Sie dabei aber realistisch: Prüfen Sie bei Ihren Bewerbungen intensiv die jeweiligen Chancen und Risiken.

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Ärmel hoch bei Ihren Bewerbungen trotz Krise.

Bestimmt haben Sie gewisse Vorstellungen, was Sie in Ihrem beruflichen Leben erreichen möchten.

Voraussetzung, damit Sie Ihre Ziele verwirklichen können, ist jedoch, dass

1. Sie die notwendigen fachlichen und persönlichen Qualifikationen mitbringen,

2. Ihr berufliches Umfeld (Branchenentwicklung, Organisationsstrukturen) dazu passt und

3. Sie privat in der jeweiligen Situation dauerhaft Rückhalt finden.

Prüfen Sie sich ehrlich

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Position zu verändern und sich neu zu bewerben, dann beantworten Sie sich zunächst selbst folgende Fragen:

  • Könnte Ihnen ein Stellenwechsel aktuell wirklich die gewünschte Karriere-Weiterentwicklung bringen?
  • Was können Sie dabei tatsächlich aktiv planen und steuern?
  • Haben Sie die mögliche wirtschaftliche Entwicklung in dieser Branche bei Ihren Überlegungen berücksichtigt?
  • Wie krisenfest ist das Unternehmen/der Bereich, zu dem Sie wechseln möchten?
  • Sind Sie motiviert genug, diese Veränderung mit allen (privaten und) beruflichen Konsequenzen (z.B. Umzug, Einarbeitung in ein neues Fachgebiet, Überstunden, erhöhter Stress und Arbeitsdruck) umzusetzen?
  • Haben Sie mit Ihrer Familie über Ihre Veränderungswünsche und die damit verbundenen Aspekte gesprochen?
  • Steht Ihre Familie hinter Ihren Plänen und Ihren Bewerbungen?
  • Auf welche persönlichen fachlichen Stärken können Sie setzen?
  • Sind Sie bereit, sich mit neuen Rahmenbedingungen (z.B. anderen Organisationsstrukturen und Arbeitsformen) zu arrangieren?

Prüfen Sie die Konsequenzen Ihrer Bewerbungen

Überlegen Sie sich auch die möglichen Konsequenzen Ihres Handelns:

  • Was können Sie im Vergleich zu Ihrer aktuellen Situation verbessern?
  • Was wäre der „worst case“ und wie können Sie sich davor schützen?

 

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Wenn Sie sich all´ diese Fragen ehrlich beantworten, verfügen Sie bereits über eine gute Entscheidungsbasis dafür, ob sich ein Stellenwechsel bzw. Bewerbungen zum aktuellen Zeitpunkt für Sie lohnt.

Beziehen Sie andere Bewertungen ein

Noch besser ist es, wenn Sie auch mit Personen, denen Sie vertrauen (Lebenspartner, gute Freunde/Branchenkollegen), über alle/einzelne der oben genannten Aspekte sprechen.

Schließlich besteht die Gefahr, dass Sie

  • entweder zu euphorisch einen Stellenwechsel („Hauptsache, ich komm´ voran!“) verfolgen oder
  • gerade vor der aktuellen Wirtschaftslage zu zögerlich an eine Veränderung herangehen („Hier weiß ich, was ich habe. Wer weiß, wie es sich woanders entwickelt!“).

Unter Umständen werden Sie durch Ihre Vertrauten auf Chancen bzw. Risiken aufmerksam gemacht, auf die Sie bisher noch nicht gekommen sind. Letztlich müssen aber Sie selbst bewusst und aktiv die Entscheidung für Ihren weiteren beruflichen Weg treffen.

Ihre Karriereplanung profitiert von Bewerbungs-Plänen auf jeden Fall

Kommen Sie zu der Erkenntnis, dass ein aktuellen Stellenwechsel nicht sinnvoll ist, nutzen Sie Ihre Analyse, um für die nächste berufliche Chance gerüstet zu sein:

  • Bilden Sie sich in den Bereichen weiter, in denen Sie fachliche Defizite entdeckt haben.
  • Überarbeiten Sie entsprechend Ihre Bewerbungsmappe.
  • Hören Sie sich vorsichtig in Ihrem Netzwerk nach anderen Entwicklungsmöglichkeiten um.

Schließlich rechnen die Wirtschaftsforschungsinstitute damit, dass sich die ökonomische Situation in 2010 wieder erholen wird.

Dr. Jutta Gröschl
Dr. Jutta Gröschl ist Chefredakteurin der Monatspublikationen „Coaching“ und „Sekretärinnen SERVICE“, die im WEKA-Tochterunternehmen GWI erscheinen.