Hören Sie immer zu?!
Wir sitzen in Teammeetings oder führen Kundengespräche. Dabei verbringen wir viel Zeit im Dialog mit anderen Menschen. Zugegeben: Miteinander reden ist oft schwierig! Daher meine Frage an Sie: Beherrschen Sie die Kunst des Zuhörens?

Ein gut zuhörender Gesprächspartner motiviert sein Gegenüber.
Machen Sie den Selbst-Test: Können Sie zuhören?
Haben Sie sich Zeit für das Gespräch genommen – oder wollten Sie dies schnell erledigen, um sich wieder anderen Dingen widmen zu können?
Durfte Ihr Gegenüber ausreden – oder sind Sie ihm ins Wort gefallen?
Haben Sie versucht zu verstehen, was der andere eigentlich sagen wollte?
Waren Sie gedanklich bei den Aussagen des anderen oder in Gedanken ganz wo anders?
Haben Sie bei den Gesprächen mit irgendeinem Gegenstand herumgespielt?
Haben Sie während der andere sprach bereits Ihren „eigenen Auftritt“ vorbereitet – oder haben Sie tatsächlich zugehört?
Hätten Sie jeweils am Gesprächsende ein konkretes Resümee ziehen können?
Chance Zuhören
Jedes Nein ist eine Schwachstelle beim Zuhören.
Versuchen Sie diese persönlich weiterzuentwickeln. Sie können dadurch nur gewinnen:
- Sie sparen dadurch im Geschäftsalltag viel Zeit und vermeiden Missverständnisse.
- Sie nehmen auf diese Weise positiven Einfluss auf das „Betriebsklima“.
- Ihre Mitarbeiter fühlen sich auf einmal sehr viel mehr ernst genommen – und sind fast immer deutlich leistungswilliger.
Gutes Zuhören ist auch für Sie erlernbar
Im Folgenden finden Sie ein paar ganz praktische Vorgehensweisen.
Denken Sie jedoch daran: Erst die Übung macht den Meister! Das heißt: Nur durch regelmäßiges Üben und Selbstreflexion werden Sie tatsächlich mit der Zeit besser.
1. Definieren Sie Ihre Arena
Wenn es nicht um spontane Diskussionen, sondern um geplante Gespräche geht, dann schaffen Sie sich einen Raum, der das Zuhören erleichtert.
- Verbarrikadieren Sie sich nicht hinter Ihrem Schreibtisch, sondern setzen Sie sich auf Augenhöhe zu Ihrem Gesprächspartner.
- Sorgen Sie für einen ruhigen Ort, sodass beispielsweise kein Lärm einen Teil des Gesagten verschluckt!
- Schenken Sie uneingeschränkte, aber zeitlich klar begrenzte Aufmerksamkeit („Ich habe jetzt 15 Minuten Zeit für Sie …“).
- Schaffen Sie bei längeren Gesprächen (z. B. einem Mitarbeitergespräch) einen störungsfreien Raum: Schalten Sie Ihr Handy aus. Unterlassen Sie alle Nebentätigkeiten (wie beispielsweise schnell mal einen Blick auf die E-Mails werfen, ein paar Zettel durchsehen oder eine Notiz zu einem anderen Thema aufschreiben).
Mit all diesen Maßnahmen signalisieren Sie Ihrem Gegenüber: „Du hast jetzt meine volle Aufmerksamkeit.“
2. Achten Sie auf den Rahmen
Konzentrieren Sie sich auf den Gesprächspartner und drücken Sie dies durch Ihre eigene Körperhaltung aus:
- Versuchen Sie das Interessante oder Wichtige aus dem Gesagten herauszufi nden („Was will mein Gegenüber mir tatsächlich sagen, was sind seine Beweggründe?“).
- Beachten Sie die Körpersprache Ihres Gegenübers (Ist die andere Person verkrampft, nervös, offen oder zugeknöpft?).
- Wenn Sie etwas nicht verstehen, dann fragen Sie nach („Habe ich das eben richtig verstanden …“, „Wollen Sie damit sagen …“ – das sind gute Wege zum besseren Verständnis)
3. Hören Sie aktiv zu – ohne den Oberlehrer zu spielen
Lassen Sie Ihr Gegenüber ausreden, selbst wenn nicht alle Details korrekt formuliert wurden.
Vergessen Sie nie: Gut zuhören heißt nicht, dass Sie alle Meinungen des anderen teilen müssen, sondern vielmehr dass Sie dem anderen die Chance geben, seine eigene Sicht der Dinge auszusprechen!
Jutta Gröschl




