Kleiden Sie sich richtig?!
Vielleicht lieben Sie kurze Röcke, Stöckelschuhe und bunten Modeschmuck. Wenn Sie jedoch innerbetrieblich aufsteigen möchten, empfiehlt es sich, eine eher klassische Berufskleidung zu wählen. Der Grund: Je mehr Sex-Appeal Ihre Kleidung zeigt, desto weniger werden Sie ernst genommen.

Karriere- und Aufstiegschancen hängen auch von der Kleidung ab.
US-amerikanische Wissenschaftler haben dies in folgender Versuchsreihe belegt:
Einer Gruppe von Studenten wurde eine stark geschminkte Frau mit knielangem Rock, hochhakigen Schuhen und einem weit ausgeschnittenem Oberteil gezeigt.
Eine andere Gruppe erlebte dieselbe Frau, die diesmal jedoch eine lange Hose und einen Rollkragenpullover trug sowie dezent geschminkt war.
Jedes Mal erzählte die Frau das Gleiche aus ihrem Leben und von ihren Hobbys. Dennoch kamen die beiden studentischen Gruppen zu einer unterschiedlichen Beurteilung der gezeigten Frau:
- Trug sie dezente Businesskleidung, wurde sie als kompetent und höherrangig eingestuft.
- War sie eher sexy gekleidet, erweckte sie bei den Zuschauern negative Emotionen und den Anschein von Inkompetenz.
Prinzipiell gilt: Kleiden Sie sich …
- modern – aber nicht trendy.
- so wie es in Ihrer Branche üblich ist (im Banken- und Versicherungsbereich werden Sie eher mit gedeckten Farben Anerkennung finden als beispielsweise in einer Werbeagentur).
- in ähnlicher Weise wie die Damen/Herren in dem Bereich, in den Sie aufsteigen möchten.
| Das sollten Sie vermeiden, wenn Sie Karriere machen wollen: |
|---|
PRAXIS-TIPP: Achten Sie bei Ihrer Haarfrisur darauf, dass Ihre Wangenknochen nicht verdeckt sind. Ihre Gesichtslinien strahlen so mehr Kompetenz aus. |
Behalten Sie Augenmaß
Immer noch gelten Statussymbole als etwas, was jemandem Wichtigkeit verleiht. Gerade im Geschäftsleben empfiehlt es sich jedoch, Fingerspitzengefühl zu zeigen, wann Sie welches Statussymbol einsetzen.
Ein Beispiel: Vermutlich wird es niemand einem jungen Trainee übel nehmen, wenn er bei seinem ersten Anzug den Markennamen am Sakko-Ärmel lässt. Wenn er aber nach 2 Wochen das Label immer noch nicht abgetrennt hat, wird er wohl einige Probleme haben, ernst genommen zu werden. Ähnlich dürfte es dem Praktikanten gehen, der mit Einstecktuch und Manschettenknöpfen sogar den Abteilungsleiter an Eleganz übertrumpft.
Allerdings soll das nicht heißen, dass Berufsanfänger als die Aschenputtel des Betriebs auftreten sollten. Wer sich in seinem Beruf etwas zutraut, sollte das auch durch sein äußeres Auftreten zeigen – aber eben nicht durch die Statussymbole, die von der Umwelt erst 3 Karrierestufen höher akzeptiert werden.
Tragen Sie Markennamen nicht zu offen
Wie im Beispiel vom Trainee mit dem Label am Ärmel schon angedeutet, verbietet sich das Angeben mit Markennamen im Büro in jedem Fall.
Wer nämlich beispielsweise …
- die neue Handtasche auffällig auf dem Schreibtisch herumstehen lässt oder
- laut herum erzählt, wie supergünstig das neue Kostümchen des Designerlabels XY war,
… buhlt allzu deutlich um Anerkennung und muss sich über spitze Bemerkungen der Kolleginnen nicht wundern. Denn im Geschäftsleben gilt: Sei gut gekleidet und schweige darüber. Im Normalfall haben die Kolleginnen das neue Kostüm ohnehin spätestens nach der Mittagspause in die Kategorie „akzeptiert“ oder „durchgefallen“ eingeordnet.
| Übersicht: Dos and Don’ts | ||
|---|---|---|
| Statussymbole | Bei wem sie akzeptiert sind | Wer sie meiden sollte |
| teure Armbanduhr, Maßschuhe | erfolgreiche Geschäftsfrau, Unternehmer/-in, Manager, Angestellte in leitenden Positionen, erfolgreiche Freiberufler und Ärzte, Politiker, bekannte Künstler | Berufsanfänger, Auszubildende und Praktikanten, Sekretärin in den ersten Berufsjahren |
| echte Perlenkette/ Perlenohrringe, teures Leder mit echtem Pelz | erfolgreiche Geschäftsfrau, Managerin, Politikerin, Unternehmerin, Freiberuflerin | Sekretärin, Auszubildende, Trainee, Praktikantin, Kundenberaterin usw. |
| Manschettenknöpfe, Einstecktuch | Manager im oberen Drittel der Hierarchie, Vorstand, Aufsichtsrat | Berufsanfänger, Trainees, Sachbearbeiter und Kundenberater, Außendienstmitarbeiter |
Prahlen Sie nicht mit Ihren Reisen
Neben den deutlich sichtbaren Statussymbolen wie teuren Uhren und Autos gibt es auch noch andere Lebensgewohnheiten, die Aufschluss über Ihren Status geben können:
- Jemand, der seinen Urlaub am liebsten auf der Almhütte bei Oberammergau verbringt, wird sich auf den ersten Blick nicht für einen internationalen Einsatz empfehlen.
- Wer über Reisen nach Sydney oder an die Chinesische Mauer erzählen kann, dem wird Offenheit und Weltläufigkeit zugetraut.
Aber auch in diesem Fall gilt: Überlegen Sie gut, …
- bei wem und
- bei welcher Gelegenheit
… Sie den Hinweis auf Ihre Urlaubsreise ans andere Ende der Welt fallen lassen. Wenn Sie damit bei den Kollegen nichts als Neid auslösen, sollten Sie es lieber bleiben lassen.
Doris Bader
Nach verschiedenen Stationen im Sekretariat arbeitet Doris Bader seit 14 Jahren als Chefsekretärin in einem großen Medienunternehmen.
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