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28.05.2010
Selbsteinschätzung

Lächeln Sie doch mal wieder!

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Ein Lächeln kann Vieles bewirkten. Es jedoch richtig einzusetzen und es so zu zeigen, dass es auch wirklich ehrlich gemeint ist, erfordert Übung. Bei richtigem Einsatz kann ein Lächeln jedoch für positive Stimmung beim Gegenüber sorgen und somit das Gespräch auflockern.

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Ein Lächeln überwindet Schranken

Sind Sie eigentlich ein freundlicher und fröhlicher Mensch? Ist es Ihnen schon (öfters) passiert, dass jemand Vertrautes (z.B. Ihr Partner, Ihre Kinder oder freundschaftlich verbundene Kollegen) zu Ihnen gesagt hat „Lächle doch mal wieder“?

Falls ja, dann ist Ihr soziales Umfeld daran gewöhnt, dass Sie eine positive Ausstrahlung haben. Zugleich möchten die Menschen um Sie herum auch für sich von Ihrem Lächeln profitieren: So haben italienische Neurowissenschaftler in jüngster Zeit „Spiegelneuronen“ in verschiedenen Hirnregionen des Menschen entdeckt.

Diese nehmen nicht nur offenkundig die Emotionen anderer Personen wahr, sondern kopieren sie auch. Damit bestätigt sich das, was schon länger der Führungsansatz „emotionale Intelligenz“ einfordert.

1. Übung

Uns Deutschen wird immer wieder von anderen Nationen angekreidet, dass wir „kaum lächeln“. Nehmen Sie diese Aussage doch einmal zum Anlass und betrachten Sie bewusst in diesen grauen Wintertagen Ihre Mitmenschen. Bestimmt sehen Sie, dass sich das Vorurteil bestätigt. Nun machen Sie einmal folgendes Experiment: Lächeln Sie die Ihnen entgegenkommenden Kollegen oder Passanten an. Das Ergebnis ist frappierend – und bestätigt die oben dargestellten Ergebnisse der Neurowissenschaft!

Für Sie als Führungskraft bedeutet diese Erkenntnis: Bestimmte Verhaltensweisen von Ihnen wirken sich eindeutig auf die chemischen Abläufe in den Gehirnen Ihrer Mitarbeiter aus. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie Einfühlvermögen zeigen und sich auf die Stimmungslage von diesen einstellen. Oder anders ausgedrückt: Je mehr …

  • Sie ehrliches Interesse an Ihren Mitarbeitern und deren Lebensumstände zeigen und
  • es Ihnen gelingt, in Ihrem Bereich eine positive Stimmung aufzubauen,

desto besser wird Ihre Führungskompetenz angenommen und desto bereitwilliger erfüllen Ihre Mitarbeiter auch Ihre Vorgaben. Zugleich sind Ihre Teammitglieder aber auch kreativer, offener und Ihnen gegenüber loyaler. Auf der Basis dieser Aspekte kann aber letztlich auch Ihr Erfolg als Führungskraft aufbauen.

 

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2. Übung

Beobachten Sie einmal Führungskollegen, die offenkundig ein gutes Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern besitzen.

Vergleichen Sie Ihre Beobachtungen mit den in diesem Beitrag dargestellten Ergebnissen aus der Neurowissenschaft. Bestimmt finden Sie zahlreiche Aspekte, die Sie zukünftig auch in Ihrem Führungsverhalten noch verbessern können.

Lernen Sie, Gefühle zu zeigen

Auf der anderen Seite wird beispielsweise eine positive Äußerung von Ihnen dann nicht die gewünschte Wirkung bei Ihrem Mitarbeiter zeigen, wenn dies nicht auch von Ihrer Mimik ausgedrückt wird.

Mithilfe der modernen Neurowissenschaft ist nämlich auch festgestellt worden, dass es eine Untergruppe von Spiegelneuronen gibt, die die positive Ausstrahlung von anderen erkennen und zu deren Erwiderung veranlassen. Mit anderen Worten: Wenn Sie positive Nachrichten gemeinsam …

  • mit einem Lächeln überbringen, fühlen sich Ihre Mitarbeiter von Ihnen anerkannt.
  • mit einem „Pokerface“ kombinieren, fühlen sich Ihre Mitarbeiter in der Beurteilung Ihrer Leistungsbereitschaft unsicherer.

Andere Gehirnzellen, so genannte Spindelzellen, machen sich zudem „intuitiv“ ein Bild davon, wie Reaktionen – auch aufgrund früherer Erfahrungen – einzuschätzen sind. Wenn Sie also ein Pokerface aufsetzen, Ihre Mitarbeiter Sie aber als einen freundlich lächelnden Menschen kennen, werden sie sofort an Ihnen zweifeln, weil sie sie ja „anders kennen“. Das, was Sie also manchmal „im Bauch“ zu fühlen glauben, sind tatsächlich neuronale Vorgänge in Ihrem Gehirn.

Jutta Gröschl
Jutta Gröschl ist Herausgeberin der Zeitschrift „Coaching“