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02.03.2011
Selbstmanagement im Job

So erreichen Sie ein ausgewogenes (Berufs-)Leben

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Zu einer unbedingten Pflichtaufgabe jeder Führungskraft gehört, sich um ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Leben zu kümmern. Und das im Bezug auf sich selbst und auch auf seine Mitarbeiter.

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3 Tipps für ein ausgewogeneres (Berufs-) Leben

Das soll natürlich nicht heißen, dass Sie für das Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiter nach Feierabend verantwortlich sind. Gehen Sie stattdessen mit gutem Beispiel voran und beachten Sie einmal ganz nachdrücklich Ihr eigenes Wohl.

Seien Sie ehrlich mit sich selbst

Am Termindruck und an den Aufgaben,die erfüllt werden müssen, lässt sich meistens nichts ändern. Doch wie gehen Sie damit um?

Bestimmt mangelt es Ihnen nicht an guten Vorsätzen. Doch häufig steht der Umsetzung eine hartnäckige Gewohnheit entgegen. Oder es wirkt die Strategie nicht mehr, die Sie bisher für eine ausgewogene Work-Life-Balance angewandt haben. Entdecken Sie neue Wege, Druck abzubauen - nicht nur zu verschieben.

Zu den verbreiteten Strategien bei Stress gehört aber auch das Ertragen von Situationen - im Extremfall mündet diese Haltung in Fatalismus:„Was soll ich machen?“/„Das wird doch von mir erwartet.“

Belastungen und Risiken mit einem „Mir geht’s doch prima!“/„Immerhin verdiene ich doch gut“ zu verleugnen führt schlimmstenfalls dazu, dass Sie plötzlich von einer gesundheitlichen oder privaten Krise überrascht werden können.

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Verändern Sie Ihre Strategien

Überlegen Sie daher besser,   …

  • an welchen Stellen echter „Bewegungsspielraum“vorhanden ist und „Verschnaufpausen“ eingelegt werden können und
  • wo langfristig Veränderungen möglich sind.

Oft sind es kleine Veränderungen, mit denen Sie wieder mehr Freiraum gewinnen. Denken Sie beispielsweise darüber nach, …

  • ob Sie nicht doch einiges delegieren können,
  • mit welchen Ihrer (Führungs-)Kollegen Sie sich regelmäßig austauschen können, um Synergien festzustellen oder um hilfreiche Kontakte kennenzulernen,
  • wie Sie Ihren Mitarbeitern gezielt mehr Verantwortung übertragen.

Mein Rat

Viele Führungskräfte erschweren sich den Arbeitsalltag auch dadurch, dass Sie schwelende Konflikte mit/unter Kollegen hinnehmen. Denken Sie doch einmal darüber nach, ob Sie und die anderen nicht gewinnen würden, wenn Sie endlich Wege für eine bessere Zusammenarbeit suchen würden.

Nehmen Sie sich Ihre Freizeit

Eine im Sommer 2008 veröffentlichte Studie der Technischen Universität Darmstadt hat ergeben, dass es älteren Führungskräften leichter fällt, zwischen Arbeits- und Freizeit zu entscheiden. Jüngere Manager glauben dagegen, rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen.

Übung
Gehen Sie doch einmal Ihre Telefonate durch, die Sie in den vergangenen Tagen nach Ihrem offiziellen Dienstschluss erhalten haben. Wie viele davon waren tatsächlich so wichtig, dass sie nicht bis zum nächsten Arbeitstag hätten warten können?

 

Also, auch wenn es Ihnen schwer fällt: Schalten Sie Ihr Handy/Ihren Blackberry regelmäßig aus – Sie müssen nicht ständig erreichbar sein. Nachrichten können auch hinterlegt werden – und Ihre Mailbox können Sie ja zu festen Zeiten abhören. Dann können Sie immer noch entscheiden, was wichtig ist und was nicht.

Außerdem ist es ein Zeichen von Führungssouveränität, wenn Sie klar abgrenzen, wann Sie erreichbar sind und wann nicht.

Praxis-Fall

Ein Vorstandsmitglied des IFO-Instituts legte auf einer Tagung demonstrativ sein Handy auf das Vortragspult und verkündete, dass er dieses nicht ausschalten müsse. Der Grund: Er hatte seinen Mitarbeitern und seiner Sekretärin kurz vorher mitgeteilt, dass er nun für eine bestimmte Zeit nicht gestört werden wolle. Tatsächlich konnte er in aller Ruhe seinen Vortrag halten.

Verschnaufpausen im Rahmen der Arbeit, Respekt vor der „freien“ Zeit und die Entwicklung persönlicher Werte – dies sind die Pfeiler, auf denen eine langfristige Optimierung der Einsatzbereitschaft ruht. Indem Sie zeigen, dass für Sie Lebenslust und Arbeitslust Hand in Hand gehen, geben Sie deutliche Impulse für Ihre Mitarbeiter, das Gleiche für sich zu tun.


Dipl.-Psychologe
Gerhard Tinnefeldt