Priorisieren Sie Ihr Vorhaben!
Kommen Sie sich auch häufig wie im Hamsterrad vor? Trotz Zeitmanagement hetzen Sie von einem Termin zum nächsten. Am Wochenende können Sie auch häufig nicht abschalten, weil entweder Ihr/-e Partner/-in gerne etwas mit Ihnen aktiv erleben möchte oder Sie selbst sportliche Höchstleistungen vollbringen wollen.

Stress? Überdenken Sie Ihre Prioritäten
Steigender Druck
Es ist kein Geheimnis, dass Führungskräfte heute mit weniger Mitarbeitern mindestens das gleiche Arbeitspensum leisten müssen wie früher – oftmals sogar mehr.
Viele Führungskräfte meinen aber auch, ständig up to date sein zu müssen: Sie versuchen kein Meeting zu versäumen. Und Sie nutzen ständig die neuesten Technologieangebote, um zu jeder Zeit überall erreichbar zu sein.
Die Folgen sind gravierend:
- Konzentriertes Denken und Ar-beiten sind nicht mehr möglich.
- Erholungspausen werden reduziert, um den Arbeitsdruck bewältigen zu können.
- Zu Hause geht der Stress weiter, weil dem Partner auffällt, dass die Führungskraft zwar körperlich da ist – nicht aber mental.
- Die Familie und der Partner beginnen sich abzuschotten, da die Führungskraft „zu Hause ja doch nicht präsent“ ist. Im schlimmsten Fall droht die Scheidung.
- (Massive) körperliche Beschwerden wie z. B. Magen-Darm-Probleme oder Herzbeschwerden treten auf.
Spätestens wenn bei Ihnen eine oder mehrere der genannten Folgen auftreten, ist es an der Zeit, sich zu fragen, wann Sie endlich „Stopp“ sagen.
Durchbrechen Sie den Teufelskreis
Machen Sie sich wieder bewusst, dass Sie nicht alles wissen müssen und können: Jeder Ihrer Mitarbeiter ist ein Experte auf seinem Gebiet. Nutzen Sie dies und stellen Sie ihnen Fragen – anstatt selbst für alles eine Antwort parat haben zu wollen.
Überdenken Sie Ihre Art zu kommunizieren:
- Gelingt es Ihnen, das auf den Punkt zu bringen, was Sie sagen möchten?
- Sind Sie sich sicher, dass Ihre Mitarbeiter Sie immer richtig verstehen?
Viele Führungskräfte haben nämlich verlernt Fragen zu stellen. Stattdessen meinen sie, auf Grund Ihrer Position immer nur Antworten geben zu müssen und gestehen sich nicht zu, auch einmal selbst zu fragen.
Mein Rat
Haben Sie das Gefühl, dass Ihnen Ihre Familie nicht zuhört? Falls das zutrifft, denken Sie einmal darüber nach, ob und wie Sie Ihrem Nachwuchs oder Ihrem Partner zuhören – und initiieren Sie anschließend eine neue Gesprächskultur.
Reaktivieren Sie Ihre „Tankstellen“
Auf die Frage, ob Sie Ihr Leben lieben, werden Sie bestimmt mit Ja antworten. Doch kümmern Sie sich auch darum?
Nehmen Sie sich einmal eine Viertelstunde Zeit für die folgende Übung:
- Falten Sie zunächst ein weißes Blatt in 3 Spalten.
- Schreiben Sie nun 5 Minuten lang untereinander in die 1. Spalte Orte, an denen Sie sich besonders wohl fühlen (z. B. Häuser, Räume, Plätze, Museen).
- Notieren Sie dann in der 2. Spalte Tätigkeiten, die Sie besonders gerne tun (z. B. (Zeitung) Lesen, Bergsteigen, Motorrad fahren, gut kochen und essen).
- Vermerken Sie nochmals 5 Minuten lang in der 3. Spalte all diejenigen Menschen, mit denen Sie sich gerne umgeben – aber auch Leute, die Sie inspirieren.
Falten Sie anschließend das gesamte Blatt auseinander und erfreuen Sie sich an Ihren persönlichen „Tankstellen“ – sowohl auf dem Papier als auch in natura! Mit Sicherheit fällt Ihnen dabei auf, dass Sie vieles davon schon lange nicht mehr genutzt – aber vermisst haben. Mit anderen Worten: Sie haben verlernt, auf Ihr eigenes Herz und Ihre Bedürfnisse zu hören.
Werden Sie aktiv
Sobald Ihnen klar ist, dass und warum Sie etwas ändern wollen, gehen Sie den nächsten Schritt: Überlegen Sie sich, was Sie wirklich wollen:
- Lernen Sie loszulassen, setzen Sie Prioritäten.
- Nehmen Sie bewusst die Bereitschaft zur Selbstverantwortung bei Ihren Mitarbeitern wahr.
- Überlegen Sie, wo Sie sich in Ihrem Bereich und in Ihrem Unternehmen intensiv einbringen müssen – und was auch so gut läuft.
- Führen Sie Minutenpausen in Ihrem Arbeitsalltag ein, in denen Sie beispielsweise mit Folgendem Abstand gewinnen:
- Achten Sie bewusst auf Ihre Bauchatmung.
- Sehen Sie aus dem Fenster oder auf ein Bild.
- Gehen Sie einmal das Treppenhaus hoch und wieder hinunter.
Was auch immer Sie in diesen wenigen Minuten Freiraum bevorzugen – wichtig ist allein, dass Sie erst das eine abschließen, negative Emotionen loslassen und sich dann dem neuen Thema, nächsten Meeting oder Gespräch offen widmen.
Wichtiger Hinweis
Viele Führungskräfte trinken tagsüber zu wenig – was sich häufig in Form von Kopfschmerzen äußert. Bevor Sie zur Tablette greifen, überdenken Sie daher zunächst immer erst Ihre Trinkgewohnheiten. Stellen Sie sich gut sichtbar eine Kanne Tee oder Wasser in Ihrem Büro auf.
Suchen Sie sich Zeitfenster
Überlisten Sie die Macht der Gewohnheit und Ihren Alltagsstress, indem Sie sich mit sich selbst verabreden – und genau das tun, was Sie aufgrund der vorangegangenen Übung wiederentdeckt haben.
Beginnen Sie zudem bewusst zwischen Ihrem Arbeitsalltag und Ihrem Privatleben zu unterscheiden: Machen Sie auf der Heimfahrt eine Pause und reflektieren Sie gut eine Viertelstunde lang bei einem Kaffee, ein Paar Schritten an der frischen Luft oder einem Eis Ihren Tag.
Ein weiterer energiereicher Prozess ist es, die ersten 20 Minuten zu Hause nur und ganz bewusst mit dem Partner über die jeweiligen Tageserlebnisse und aktuellen Themen zu sprechen. Wichtig ist dabei jedoch, dass Sie sich von nichts dabei stören lassen.
Mit diesem Ritual schließen Sie bewusst Ihren Arbeitstag ab – und beginnen Ihre Phase der Erholung.
Vollziehen Sie diese Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben unbedingt konsequent. Erholung finden Sie nämlich auch dann nicht, wenn Sie in Ihrer Freizeit beispielsweise sportliche Höchstleistungen erzielen wollen oder sich regelmäßig zum Golfen oder Jagen wieder mit Ihren Geschäftspartnern treffen.
Schnell-Check: So werden Sie stressresistenter
- Halten Sie kurz inne – wenn Sie sich gestresst fühlen.
- Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit vom Verstand weg.
- Versetzen Sie sich in ein positives Gefühl.
- Fragen Sie sich aufrichtig, welche Lösung vernünftig ist.
- Handeln Sie entsprechend Ihrer gewonnenen Einsicht.
Dipl.-Psychologe
Gerhard Tinnefeldt





