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14.02.2008
Zeitmanagement

Tipps für jeden Zeittypen

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Ein Leben ohne Zeitplanung ist mitterweile undenkbar geworden. Daher erfreuen sich diverse Organizer, mit denen sich die Aufgaben, Prioritäten und Termine verwalten lassen, großer Beliebtheit. Die Nutzer dieser Instrumente offenbaren dabei jedoch sehr unterschiedliche Charaktere.

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Tipps für jeden Zeittypen

Der Gewissenhafte

Nichts ist ihm lieber als seine Checklisten und all sein Handeln in entsprechenden Planungsdokumenten zu erfassen. Wenn er ganz ehrlich wäre, so müsste er zugeben, dass er durch seine extreme Gewissenhaftigkeit viel Zeit vergeudet.

Gleichzeitig bringt er sich selbst oftmals dadurch selbst unter Stress, weil er seine minutiösen Pläne nicht einhalten kann.

Der Geniale

Eigentlich ist ihm Zeitplanung ein Gräuel, er nutzt sie nur aus der zwingenden Notwendigkeit heraus, keine Termine zu verpassen. Seine Zeitplanung ist äußerst spartanisch, was ihn immer wieder in Verlegenheiten bringt, da beispielsweise eine Zeit nicht stimmt oder er Details zum Kontext vergessen hat.

Der Markenpedant

Ja, er hat schon nahezu alle Zeitsysteme, die der Markt bietet, persönlich ausprobiert. Keines erfüllt so recht seinen Zweck, obschon er in alle Timer alles eingetragen hat. Vermutlich kann er schon fast eine Vitrine mit halb ausgefüllten Zeitmanagementsystemen füllen: Sie wurden angefangen, irgendwann für ungeeignet erklärt und dann weggelegt. – Wie viel Zeit hier wohl investiert wurde?

Der Pragmatiker

Zeit und Arbeitsplanung finden bei ihm mit farbigen Hafties auf der Schreibtischplatte statt – ein wildes Meer von Einzelzetteln füllt den Tisch – aber er hat den Durchblick und nichts geht ihm verloren. Solche pragmatischen Menschen kommen hervorragend in einer Bürosituation zurecht – anders sieht es auf Dienstreisen aus.

Der Zeitlose

„Zeit, was ist das?“ könnte man sein Lebensmotto überschreiben. Er selbst kann wunderbar in diesem Kontinuum leben, während seine Umwelt hier mächtig zu leiden hat.

 

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Enttypisieren Sie sich

Denken Sie einmal über Ihr eigenes Zeitverhalten nach. Vermutlich werden Sie auf eine Kombination von 2oder 3 Grundtypen stoßen, wobei ein Typus vorherrschend sein dürfte. Wie wäre es, wenn Sie gerade heute andiesem Typus zu arbeiten beginnen: 

Für den Gewissenhaften

Seien Sie gnädig mit sich und planen Sie eine Woche lang nur die ganz wichtigen 60 Prozent Ihrer Tätigkeiten. Wenn Sie nach einer Woche noch keinen Nervenzusammenbruch wegen zu viel verpasster Termine hatten, so können Sie getrost diesen Weg weiterschreiten.

Für den Genialen

Wenn Sie sich in Ihrem Planer schon nur auf wenige Termine beschränken, so fügen Sie wenigsten einige Stichworte hinzu!

Für den Markenpedant

Suchen Sie sich aus Ihrem Bestand das für Sie beste Zeitsystem aus. Vernichten Sie – wenn möglich – die anderen Systeme. Ihre Daten werden Sie ja voraussichtlich in dem ausgewählten Zeitsystem bereits haben. Nutzen Sie dieses ohne wenn und aber mindestens 6 Wochen lang!

Für den Pragmatiker

Mit Zetteln zu arbeiten ist durchaus okay. Investieren Sie aber einmal eine kreative Stunde darauf, sich zu überlegen, wie Sie diese Vorgehensweise zum Beispiel für Dienstreisen optimieren können. – Es lohnt sich!

Für den Zeitlosen

Auch wenn Ihr Lebensstil durchaus sehr attraktiv ist, kaufen Sie sich dennoch einen Terminplaner. Zwingen Sie sich dazu mindestens 1x pro Woche alle wichtigen Termine einzutragen und halten Sie diese ein. Beobachten Sie sich selbst – und fragen Sie sich am Ende der Woche, wie vielen Leuten Sie durch Ihr Unpünktlichsein zuvor Schwierigkeiten bereitet haben!

Mein Rat:

Schielen Sie nicht auf die Art und Weise, wie andere ihre Zeit managen oder wovon Produktanbieter Sie überzeugen wollen. Finden Sie vielmehr Ihren persönlichen Stil. Auch in Organisationen, in denen elektronische Planungssysteme wie beispielsweise MS Outlook oder Lotus Notes vorgegeben sind, lässt sich ein persönlicher Stil entwickeln.


Praxis-Tipp

Falls Sie Mitarbeiter führen und deren An- bzw. Abwesenheiten mit im Auge haben müssen, benutzen Sie Ihr EDV gestütztes Zeitplanungssystem als Planungshilfe: Bitten Sie die Mitarbeiter darum, bei geplanten Abwesenheitstagen (Urlaub, Dienstreisen, Weiterbildung etc.) Ihnen eine Meeting-Einladung, datiert auf 06:00 Uhr morgens mit der Dauer von 1 min und mit einer Wiederholung für jeden Abwesenheitstag zu schicken.

Sie haben dann bei Ihren täglichen Eintragungen automatisch alle abwesenden Kollegen im Blick. Gleichzeitig genehmigen Sie mit solch einer „Einladung“ den Abwesenheitsgrund.

Dr. Patrick Hamilton
Dr. Patrick Hamilton ist unter anderem als Coach bei Lufthansa Systems in Frankfurt tätig. Er berät dort Führungskräfte beim Aufbau starker Teams und begleitet die Einarbeitung von Mitarbeitern in neue Arbeitsmethoden und Technologien.