Weniger ist manchmal mehr
Die Communities des Web 2.0 leben vom Austausch der Mitglieder untereinander. Trotzdem gilt auch beim Networking der Grundsatz „weniger ist manchmal mehr“. Eine gewisse Zurückhaltung bei der Veröffentlichung von persönlichen Informationen, sei es im Profil, als Text, Ton, Bild oder Video kann vor unliebsamen Überraschungen schützen.

Geben Sie beim Networking so wenig Daten wie möglich von sich preis
Zu den Klassikern gehören – gerade bei weiblichen Mitgliedern - der Ex und verschmähte Verehrer, die sich an die virtuellen Spuren der Angebeteten heften. Dies kann eine Form von Stalking darstellen, das sogeannte "Cyber Stalking".
Rufschädigung aus Rache
Nicht selten sind Versuche, aus Rache den Ruf durch das Streuen gezielter Informationen zu schädigen.
Cybercriminelle sind auch beim Networking aktiv
Cyberkriminelle nutzen zunehmend die Möglichkeiten des social networking. Hierbei wird oft das Vertrauen der Mitglieder missbraucht.
Die Gefahren reichen von Spam, der auf die Interessen des Mitglieds zugeschnitten ist, über das Einschleusen von Trojanern und Viren bis hin zum Diebstahl der kompletten Identität. Ziel ist hier immer in irgendeiner Form der Geldbeutel des Opfers.
Networking im Internet immer mit Vorsicht betreiben
Der beste Schutz sind der gesunde Menschenverstand und eine Portion
Skepsis. Das ist wirksamer als der aktuelle Virenschutz und die Firewall, die
natürlich trotzdem selbstverständlich sein sollten.
Wer sich der Gefahren bewusst ist und entsprechend umsichtig handelt, kann das Risiko von Angriffen erheblich minimieren.
Wichtige Regeln
Einige wichtige Regeln dazu:
- Lesen Sie sich stets die Richtlinien des Anbieters zum Datenschutz und die
AGBs durch, damit Sie wissen, wie mit Ihren persönlichen Informationen
umgegangen wird.
- Nutzen Sie die Einstellungsmöglichkeiten zur
Privatsphäre bei den Anbietern, wenn Sie Ihr Profil anlegen. Überlegen Sie sich
gut, wie öffentlich Sie sein möchten.
- Sofern die Plattform die
Verwendung von Nicknames erlaubt, wählen Sie einen Namen, der nicht automatisch
Rückschlüsse auf Ihre Person zulässt. Teile des Namens, Geburtsdatums,
Wohnortes, Autonummer, Haustiername haben dabei nichts zu suchen.
- Für Passwörter gilt dasselbe wie für Nicknames. Auch sie sollten stets ohne
Zusammenhang zu Ihrer Persönlichkeit sein. Nutzen Sie keine Passwörter, die Sie
bereits für andere Zwecke wie z.B. Onlinebanking verwenden.
- Einige
Plattformen verlangen die Eingabe des Geburtsdatums. Informieren Sie sich vor
der Eingabe, wie sichtbar das Datum für die anderen Mitglieder ist. Im Zweifel
schummeln Sie lieber etwas.
- E-Mail-Adresse: Ohne Mailadresse geht
bei den Online-Plattformen gar nichts. Verwenden Sie für Ihre Aktivitäten am
besten eine eigens dafür angelegte Adresse bei einem der Freemail-Anbieter.
- Telefonnummer: Egal, ob Sie jetzt die Telefonnummer in Ihrem Profil eintragen oder Sie später einem der Kontakte geben. Wenn Sie sich nicht zu 100% sicher sind, verwenden Sie eine gesonderte Telefonnummer. Bestücken Sie z.B. ein altes Handy mit einer Prepaid-Karte.
- Profilfoto: Ein Foto macht
ein Profil erst richtig spannend und wer zeigt sich nicht gerne von seiner
besten Seite. Mit Ihrem Bild senden Sie aber auch Signale, die unter Umständen
unerwünschte Personen geradezu magisch anziehen.
- Ziel des social
networking ist es, neue Kontakte zu knüpfen und deshalb werden Sie eine Menge
Anfragen von anderen Mitgliedern erhalten, die in Ihre Freundes- oder
Kontaktliste wollen. Bevor Sie einen Kontakt bestätigen, überlegen Sie sich, ob
wirklich ein gemeinsames Interesse besteht. Lassen Sie sich den Kontaktwunsch
ruhig begründen und scheuen Sie sich nicht, auch Kontakte abzulehnen. Prüfen Sie
im Zweifel die Echtheit eines Kontaktes über die Suchmaschine oder durch einen
Anruf.
- Beiträge in Gruppen und persönliche Nachrichten können mehr über Sie verraten, als Ihnen lieb ist. Das fängt schon bei einer Gruppenzugehörigkeit an, die Schlüsse auf Ihre religiösen, politischen oder sonstigen Einstellungen erlaubt. Wer dies kennt und nutzt, kann sich oft problemlos das Vertrauen von Mitgliedern erschleichen, die dann sehr offen Details der persönlichen Lebensumstände preis geben. Grundsätzlich nichts in der Öffentlichkeit verloren haben Informationen, die auf den täglichen Tagesablauf schließen lassen, wie „um 23:00 Uhr gehe ich immer mit dem Hund im Park Gassi“ oder die Abwesenheit von der Wohnung anzeigen „morgen geht mein Flieger und dann bin ich erst mal 14 Tage weg“.
Peter Höfl,
Unternehmensberater
Peter Höfl ist Unternehmensberater in München und widmet sich neben den
Sicherheitsthemen beim „social networking“ seit mehr als 10 Jahren der
Qualitätsoptimierung bei telefonischen Dienstleistungen (www.social-network-security.de).




