Affiliate-Netzwerke als Umsatzbooster
Marketingkooperationen sind im Geschäftsalltag weit verbreitet. Sie sind ein beliebtes Mittel, durch vereinte Ressourcen einen maximalen Werbenutzen zu erzielen. Besonders das Internet offenbart zunehmend Möglichkeiten zur Kooperation zweier oder mehrerer Unternehmen.

Mit Affiliate-Netzwerken lässt sich zielgerichtet Onlinemarketing betreiben.
Quelle: Gerd Altmann/PIXELIO
Die Anbieter sogenannter Affiliate-Netzwerke sprießen wie Pilze aus dem Boden.
Damit Sie wissen, auf was Sie achten müssen, haben wir für Sie die wichtigsten Eckdaten dieses Online-Vertriebswegs zusammengetragen.
Was sind Affiliate-Netzwerke?
Grundsätzlich funktionieren Affiliate-Netzwerk-Systeme alle nach dem gleichen Schema: Ein Affiliate-System-Betreiber stellt ein Portal zur Verfügung, das Händler und geeignete Vertriebspartner zusammenbringt.
Ziel jeder Kooperation ist es dabei, eine Win-Win-Win-Situation zu schaffen. Der Betreiber ist neben der Administration der Technik meist auch für die finanzielle Abwicklung zuständig.
Akteure in Online-Kooperationssystemen
Im Zusammenhang mit Affiliate-Netzwerken fällt häufig eine Vielzahl an Begriffen, die es Außenstehenden äußerst schwer machen, den Überblick über die beteiligten Parteien zu behalten.
Im Prinzip ist ein Affiliate-Netzwerk jedoch eine sehr einfach zu verstehende Dreieckskonstellation. Wie bereits, erwähnt gibt es neben dem System-Betreiber nur zwei weitere Teilnehmer:
- Vertriebspartner
Die Vertriebspartner werden oft auch Affiliates oder Publisher genannt. Sie bieten freien Webspace innerhalb ihrer eigenen Internetauftritte für Werbebanner aus Kooperationen mit Händlern.
Im Werbebanner ist ein spezieller Partner-Link hinterlegt, der bei getätigten Einkäufen über selbigen die eindeutige Zuordnung zum jeweiligen Vertriebpartner ermöglicht. Die Einbindung der Banner wird in der Regel durch eine erfolgsabhängige Vermittlungsprovision vergütet.
- Händler
Die Händler, oft auch Merchants oder Advertiser genannt, stellen den Vertriebspartnern innerhalb der Affiliate-Plattform geeignete Werbemittel zur Verfügung und treten diesen, je nach vereinbarter Vergütung, eine Vermittlungsprovision ab.
Provisionsmodelle
Dem Händler steht es in der Regel frei, die Form der Vergütung selbst festzulegen. In der Praxis hat sich jedoch eine erfolgsabhängige Vergütung durchgesetzt. Demnach wird auch nur bei tatsächlich getätigten Umsätzen eine Provision gezahlt.
Folgende Provisionsmodelle sind in der Praxis anzutreffen und können auch häufig kombiniert werden:
- Pay per Click
Der Vertriebspartner erhält eine Provision für jeden Klick auf das in seiner Seite eingeblendete Werbemittel.
- Pay per Lead
Ein vereinbarter Fixbetrag wird hier für eine im Voraus festgelegte Kundenaktion, wie beispielsweise die Bestellung von Infomaterial oder die Anmeldung auf der Seite des Händlers (Pay per Sign up), an den Vertriebspartner gezahlt.
Von dieser Vergütungsform wird häufig in beratungsintensiven Branchen Gebrauch gemacht.
- Pay per Sale
Beim Pay per Sale erhält der Vertriebspartner für jeden Vertragsabschluss über seine Seite einen prozentualen Anteil am Verkaufserlös oder einen Festbetrag gutgeschrieben.
Oft werden auch sogenannte Lifetime-Modelle angeboten, bei denen der Vertriebspartner nicht nur an Einzelumsätzen, sondern an allen Umsätzen eines Kunden beteiligt wird. Vor allem bei Versicherungsverträgen oder anderen langfristigen Vertragsformen ist dieses Provisionsmodell sehr beliebt.
- Pay per Period
Bei dieser nicht erfolgsbasierten Methode erhalten die Vertriebspartner ausschließlich einen festgelegten Betrag für einen bestimmten Zeitraum.
Praxistipps für Sie als Advertiser
1. Beobachten Sie Ihr Wettbewerbsumfeld
Achten Sie darauf, was Ihre Wettbewerber und direkten Konkurrenten in puncto Affiliates machen.
Versuchen Sie anschließend Maßnahmen zu treffen, die die Exklusivität einer Kooperation mit Ihrem Unternehmen entsprechend hervorheben.
2. Wählen Sie das richtige Netzwerk
Wählen Sie Ihren Affiliate-System-Betreiber gemäß Ihrer Zielgruppe aus. Sind Sie beispielsweise ein Spezialanbieter im B2B-Bereich, sollten Sie auch ein Affiliate-Netzwerk mit Schwerpunkt in diesem Bereich auswählen, damit Sie Ihre Kernzielgruppe auch ohne große Streuverluste erreichen.
Achten Sie zudem darauf, dass Ihre Werbemittel nicht auf Seiten von Affiliates veröffentlicht werden, deren Inhalte Ihrer Marke und Ihrem Image schaden könnten.
3. Kalkulieren Sie genau
Kalkulieren Sie die einzelnen Provisionsmodelle genau durch und vergleichen Sie die verschieden Plattformen entsprechend Ihrer Bedürfnisse. Wählen Sie dann den Anbieter und das Provisionsmodell mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis für Ihre Kampagne aus.
4. Legen Sie ein Limit fest
Vor allem zu Beginn, wenn Ihnen die nötige Erfahrung fehlt, ist es wichtig, die Kosten nicht unkontrolliert explodieren zu lassen. Legen Sie deswegen vor jeder Kampagne ein Budget für jede Periode fest, das nicht überschritten werden darf.
Volker Eser
Volker Eser ist Fachautor für Wirtschaftspublikationen mit dem Themenschwerpunkt Marketing und Vertrieb.



