Erfolg im Ausland
Auslandsgeschäfte können Ihr Geschäft weiterbringen, Ihnen aber auch Schwierigkeiten bescheren. Mit dem richtigen Vorgehen nutzen Sie Chancen und vermeiden Risiken.

Gute Geschäfte im Ausland
Vorsicht vor Sonderklauseln
Manche Formulierungen in ausländischen Verträgen sind hierzulande nicht üblich. Beispielsweise, dass ein Teil des Kaufbetrags nur bezahlt wird, wenn die Lieferung einen bestimmten Zweck erfüllt oder eine bestimmte Qualität bietet. Solche Vereinbarungen öffnen natürlich Tür und Tor für eigenwillige Interpretationen. Die Behauptung, dass etwas nicht einwandfrei funktioniert, ist im fernen Ausland nicht so einfach zu widerlegen.
Ihre Vorgehensweise: Fordern Sie grundsätzlich Vorkasse, verfassen Sie die Verträge in deutscher Sprache und lassen Sie sie in die Sprache Ihres Kunden übersetzen. Gerichtsort ist der Sitz Ihres Unternehmens.
Fremde Sitten beachten
Beschäftigen Sie sich mit der Mentalität im jeweiligen Land und bereiten Sie sich gut auf das erste persönliche Treffen vor: Informieren Sie sich über Tabus und Rituale und finden Sie heraus, was von Ihnen als Gastgeber erwartet wird.
Ihre Vorgehensweise: Lesen Sie Literatur zum Thema „Interkulturelle Geschäfte“. Informieren Sie sich bei Kammern, Verbänden und Ländervertretungen.
Auslandstauglichkeit prüfen
Legen Sie genau fest, in welcher Form geliefert werden soll. Prüfen Sie selbst, ob die Voraussetzungen für den Auslandseinsatz erfüllt sind. Welche Sicherheitsvorschriften oder Umweltauflagen müssen Sie einhalten? Erst dann wissen Sie, welche zusätzlichen Kosten anfallen und können den Preis kalkulieren.
Ihre Vorgehensweise: Listen Sie zusammen mit Ihren Gesprächspartnern erforderliche Anpassungen auf. Legen Sie diese Liste dem Vertrag bei.
Risiko verteilen
Nehmen Sie Partner mit ins Boot. So könnten Sie einem Ihrer Lieferanten eine Partnerschaft anbieten. Oder Sie bitten einen Exporteur im jeweiligen Land, das Geschäft für Sie abzuwickeln. Der Staat wiederum bietet Ausfallkredite an.
Ihre Vorgehensweise: Fragen Sie bei den Kammern nach, ob vor Ort erfahrene Partner-Unternehmen bekannt sind.
Diesen Risiken sollten Sie vorbeugen
- Risiko: Auftraggeber zieht Bestellung vor Versand zurück, zum Beispiel wegen Insolvenz
Maßnahme: Exportkreditversicherung abschließen (Hermes- Deckung), Anzahlung des Kunden verlangen, Unwiderrufliches, bestätigtes Akkreditiv - Risiko: Kunde ist zahlungsunwillig
Maßnahme: Exportkreditversicherung abschließen (Hermes- Deckung), Selbstauskunft erbitten (Stammkapital, Umsatz, Referenzen), Vorauszahlung, Unwiderrufliches, bestätigtes Akkreditiv - Risiko: Kursrisiko, Gefahr unerwarteter Abwertung
Maßnahme: Vereinbaren, dass in Euro bezahlt wird, oder Kurs vorher durch Devisentermingeschäft absichern. - Risiko: Transportrisiko: Lieferung wird beschädigt oder vernichtet
Maßnahme: Transportversicherung abschließen, Erfahrenen Spediteur beauftragen, der ausreichend versichert ist. - Risiko: Probleme in der Abwicklung, zum Beispiel Importprobleme
Maßnahme: Vorher von der IHK beraten lassen.
So kommen Sie weiter
Informationen über die Finanzierung von Exporten finden Sie unter www.kfw-ipex-bank.de .
Hier finden Sie Ihre örtliche IHK: www.ihk.de
Auch die Außenhandelskammern bieten Hilfestellung: www.ahk.de
Jutta Gröschl





