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31.03.2009
Aktuelle Studie

Sparen angesichts der Finanzkrise

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Ein halbes Jahr nach dem Ausbruch der Finanzkrise ist die Rezession in den Geldbeuteln der Verbraucher angekommen: Rund 60 Prozent der vom Kölner Beratungsunternehmen Grass Roots Befragten mit Sparabsichten geben an, besonders bei Reisen, Mode und Elektroartikeln kürzer treten zu wollen. Im Jahr 2008 waren bei einer vergleichbaren Befragung nur 40 Prozent der Verbraucher bereit, bei Elektroartikeln und Reisen zu sparen, 30 Prozent wollten dies bei Modewaren tun. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Studie zur Beurteilung der Finanzkrise.

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Nun ist soch auch der Konsum von der Krise betroffen.

Obwohl die Finanzkrise auch die Tourismusbranche trifft, erwartet der Deutsche Tourismusverband aufgrund der Urlaubsvorlieben der Deutschen für das Jahr 2009 dennoch eine weitgehend stabile Entwicklung des Deutschlandtourismus.

"Urlaub ist ein hohes Gut - der Haupturlaub wird, wie im vergangenen Jahr auch, innerhalb Deutschlands weiterhin gebucht werden", sagt Nicole Habrich, Pressesprecherin des Deutschen Tourismusverbandes, auf Anfrage.

Verkaufen über den Preis

Der Deutsche ReiseVerband (DRV) geht davon aus, dass auch die Hauptreise ins Ausland weiterhin stattfinden wird: "Allerdings werden die Kunden noch mehr auf den Preis achten.All-Inclusive-Angebote werden daher in diesem Jahr sicher stärker nachgefragt werden", prognostiziert Sibylle Zeuch, Pressesprecherin des DRV.

"Möglich ist auch, dass ein Teil der Bundesbürger in diesem Jahr  kürzer verreist, um Kosten zu sparen."

In den Köpfen dauert die Krise immer länger

Viele stellen sich auf eine weiter anhaltende Rezession ein: Glaubte vor sechs Monaten noch knapp die Hälfte der Befragten, dass die Finanzkrise binnen zwölf Monaten überwunden sein wird, so sind dies nach der aktuellen Studie lediglich 29 Prozent.

Derzeit rechnen 38 Prozent mit einem Ende der Krise in den nächsten zwei Jahren - 33 Prozent mutmaßen, dass diese sogar länger andauern könnte.

Insbesondere bei jüngeren Personen ist der Optimismus umgeschlagen: Glaubten im Oktober 2008 noch über die Hälfte der bis 29-Jährigen an ein Ende der Krise innerhalb von zwölf Monaten, so sind dies heute gerade noch 31 Prozent.

Bereitschaft, sich einzuschränken, steigt

Insgesamt ist die Bereitschaft, sich stärker einzuschränken, im vergangenen halben Jahr gestiegen: 14 Prozent der Befragten schlossen Einsparungen aktuell kategorisch aus. Im Oktober 2008 lag dieser Anteil noch bei 18 Prozent.

Von den 29 Prozent, die heute noch glauben, dass die Krise in 12 Monaten vorüber ist, geben 71 Prozent an, die Konsumausgaben wahrscheinlich nicht zu reduzieren.

Von den 71 Prozent, die an eine Krise von 2 Jahren und länger ausgehen, sind dies nur 40 Prozent der Befragten.

Wo wird gespart?

Auf die Frage, in welchen Bereichen gespart werden soll, zeigen sich nun signifikante Veränderungen in der Planung gegenüber den Angaben im Oktober des vergangenen Jahres.


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Neben Kürzungen bei Ausgaben für Reisen (59 Prozent gegenüber 38 Prozent im Oktober 2008), Kleidung und Mode (59 Prozent gegenüber 32 Prozent) sowie Elektroartikeln (56 Prozent gegenüber 40 Prozent) ist zudem die Bereitschaft gestiegen, den Autokauf zu verschieben.

Autokauf wird verschoben

Waren im Oktober 2008 lediglich ein Viertel der Befragten bereit, auf diese Investition vorerst zu verzichten, liegt der Wert jetzt bereits bei 35 Prozent. 

Kultur muss ebenfalls zurückstehen

Auch die Neigung, auf einen Kinoabend oder einen Konzertbesuch zu verzichten, ist jetzt stärker ausgeprägt als noch vor sechs Monaten: Im Oktober 2008 planten 34 Prozent im Unterhaltungsbereich zu sparen, jetzt ist es knapp die Hälfte der Befragten.

Knapp 1.600 Befragte

Grass Roots hat für die Studie 1598 Konsumenten im Alter zwischen 18 und 80 Jahren befragt.

Die Stichprobe wurde nach demografischen Kriterien wie Alter und Geschlecht repräsentativ gewichtet.

Quelle: Grass Roots Performance GmbH, Köln