> management-praxis.de > Marketing & Vertrieb > Werbung > Verbände fordern Verbot von Product Placement
Artikelaktionen
06.04.2009
Werbung und redaktionelle Inhalte

Verbände fordern Verbot von Product Placement

— abgelegt unter:

Das Product Placement in Deutschland soll laut einer Forderung des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren (VDD) auch weiterhin verboten bleiben. Grund für diese Forderung sind die in der kommenden Woche stattfindenden Beratungen der Bundesländer über die gesetzliche Umsetzung der "EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste". Möglicherweise können künftig Produkte im deutschen Fernsehen platziert werden.

Werbung_Product_placement.jpg

Ein bestimmtes Produkt taucht z.B. in einer Serie auf? Medienverbände wehren sich dagegen.

Im Vorfeld des 13. Rundfunkänderungsstaatsvertrags versuchen die Verbände, die Legalisierung von Product Placement im Fernsehen zu verhindern. 

EU-Richtlinie will Vermischung erlauben

Unter gewissen Umständen soll laut der EU die Vermischung von redaktionellen und werblichen Inhalten zulässig sein.

Die Mitgliedsstaaten sollen entscheiden, ob Product Placements grundsätzlich zugelassen werden sollen oder nicht.

Die Richtlinie muss bis Jahresende in deutsches Recht umgesetzt werden.

Verbände wehren sich gegen Product Placement im Fernsehen

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sprach sich gegen die Vermischung von Programm und Werbung im Fernsehen aus.

Man befürchtet, dass eine entsprechende Regelung "die werbungtreibende Wirtschaft und Agenturen dazu verleiten wird, ähnliche Lockerungen auch von den Tageszeitungen zu verlangen", so der Verband.

Anzeige
Mehr über

Christoph Fiedler, Leiter Medienpolitik im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) stimmt zu: "Die Legalisierung bezahlter Placements im TV wird den Druck auf die anderen Medien erhöhen, ebenfalls ihre redaktionelle Unabhängigkeit den Wünschen der Werbung zu opfern.“

Auch der Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD) schließt sich der Verbotsforderung an.

Die mit der Vorbereitung des Rundfunkänderungsstaatsvertrags beauftragte Rundfunkkommission will den stark regulierten TV-Sendern dagegen mehr Spielraum geben.

Diskutiert wird derzeit laut Medienberichten darüber, wie die Platzierungen gekennzeichnet und wie ARD und ZDF davon ausgenommen werden können.