An die richtigen Mitarbeiter delegieren
Das Delegieren hat viel für sich. Es entstresst und schafft Freiraum für die wichtigen strategischen Aufgaben. Aber auch den Mitarbeitern tut es gut, denn sie spüren das Vertrauen ihrer Führung. Jetzt kommt es noch darauf an, an die richtigen Mitarbeiter zu delegieren.

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser
Sie haben es bei anderen Führungskräften oder sich selbst bestimmt schon einmal beobachtet: Als Führungskraft neigt man dazu, alles selbst machen zu wollen. Trotz einer immensen Arbeitsbelastung reißt man immer mehr Arbeiten an sich. Möglicherweise ist es an der Stelle hilfreich, an den lateinischen Wortursprung von delegieren zu denken. "Delegare" bedeutet nicht nur "übertragen", sondern auch "anvertrauen".
Als Führungskraft sollte man seine Energie in strategische Aktivitäten investieren und Routine- und Fachaufgaben besser an die Mitarbeiter abgeben – also den Mitarbeitern auch vertrauen.
Nicht nur Sie, auch Ihre Mitarbeiter und Ihr Chef werden die Vorteile des Umverteilens spüren:
- Sie entledigen sich einer Vielzahl unbedeutender Fachaufgaben und haben Zeit, sich Ihrer Führungsaufgaben anzunehmen, an deren Erfüllung Sie letztlich auch gemessen werden.
- Ihre Mitarbeiter werden durch die neuen Fachaufgaben gefordert. Selbst wenn nicht alles perfekt läuft, stärken Sie die Eigenverantwortung und damit die Motivation Ihrer Belegschaft.
- Der Betrieb partizipiert davon, dass die personellen Ressourcen arbeitsteilig zum Einsatz kommen. Jeder macht das, was er am besten kann und kann so die ihm zur Verfügung stehende Energie zum vollen Vorteil der Firma investieren.
Welche Aufgaben delegieren Sie?
Abgeben sollten Sie die Aufgaben, die ein hohes Maß an Spezialwissen oder Detailkenntnis erfordern. Hierzu gehören in der Regel alle unmittelbar wertschöpfenden Arbeitsbereiche (Erstellung von Planungsunterlagen, Bearbeitung von Werkstücken, Endkontrolle der Produkte).
Abgeben sollten Sie ferner alle Routineaufgaben, die regelmäßig wiederkehren und dadurch viel wertvolle Zeit binden. Denken Sie an die Kalibrierungs- oder Überwachungstätigkeiten, die in festgelegten Abständen fällig sind.
An wen delegieren Sie?
Sie sollten alle Abteilungsleiter, Meister und Mitarbeiter gleichermaßen in die Verantwortung nehmen und ihnen Aufgaben übertragen, insbesondere wenn Sie feststellen, dass diese über freie Kapazitäten verfügen.
Versuchen Sie gezielt die Mitarbeiter mit neuen Aufgaben zu betrauen, die bisher im Schatten ihrer leistungsstarken Kollegen stehen. Auf diese Weise bauen Sie gezielt Motivation und Qualifikation von weiteren Leistungsträgern aus.
Wie delegieren Sie?
Entscheidend ist, dass Ihre Mitarbeiter verstehen, welche Verantwortung und welche Aufgaben ihnen mit der Delegation übertragen werden.
Sie hingegen brauchen Gewissheit, dass Ihre Mitarbeiter alle Informationen erhalten, die sie benötigen, um ihren Auftrag zu erfüllen. Wenn Sie sicher sein wollen, auch den richtigen Mitarbeiter für die jeweilige Aufgabe herauszufinden, helfen Ihnen die folgenden zehn Fragen.
Checkliste: Erfolgreiches Delegieren
- 1. Verfügt Ihr Mitarbeiter über die notwendigen Ressourcen (Wissen, Arbeitsmittel, Zeit), um den Auftrag zu erfüllen?
- 2. Hat Ihr Mitarbeiter den Auftrag verstanden?
- 3. Weiß Ihr Mitarbeiter, an welchen Zielgrößen seine Leistung gemessen wird?
- 4. Weiß Ihr Mitarbeiter, wie Sie die Zielerreichung überprüfen?
- 5. Fühlt sich Ihr Mitarbeiter der Aufgabe gewachsen?
- 6. Haben Sie dem Mitarbeiter die Möglichkeit für Rückfragen gegeben?
- 7. Sind weitere Qualifikationsmaßnahmen erforderlich?
- 8. Weiß Ihr Mitarbeiter, dass er sich bei auftretenden Problemen an Sie wenden kann?
- 9. Loben Sie Ihren Mitarbeiter, wenn er erste Erfolge erzielt hat?
- 10. Sprechen Sie mit Ihrem Mitarbeiter nach Abschluss des Auftrags über aufgetretene Probleme und würdigen Sie seine Leistung?
Jetzt wünschen wir Ihnen noch das nötige Quentchen Glück beim Delegieren, denn das gehört auch dazu!
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