Girls girls girls - Frauen geben Gas!
Glaubt man dem Trendforscher Matthias Horx, dann sind Frauen an allen Fronten auf dem Vormarsch. Kulturell. Politisch. Wertemäßig. Ökonomisch.

Warum Sie Frauen fördern sollten
Nicht ohne Grund: Wenn Sie im globalen Wettbewerb, der immer komplexer wird und eine zunehmende Veränderungsgeschwindigkeit aufweist, bestehen möchten, sind Sie auf Mitarbeiter angewiesen,die in der Lage sind, …
- sich dem beständigen Wandel zu stellen und
- ihn aktiv mitzugestalten,
… also „beschäftigungsfähig“ sind. Dazu gehört nicht nur die fachliche Qualifikation, sondern insbesondere die soziale Kompetenz. Frauen wird in der Regel ein höheres Maß an Sozialkompetenzen zugesprochen als Männern. Untersuchungen weisen zudem darauf hin, dass auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bestimmte Sozialkompetenzen fördert, wie z. B. Organisationsfähigkeit und Frustrationstoleranz
Zahlen und Fakten
Wussten Sie, dass …
- 60 % der Abiturienten Frauen waren,
- der Anteil der weiblichen Studienanfänger bei 48 %, die Quote der erfolgreichen Absolventinnen von Hochschulen gar bei 54 % lag und
- der Anteil von Frauen an Promotionen mittlerweile 40 % beträgt?
Sie können in der Regel davon ausgehen, dass mit steigendem Bildungsniveau der Wert des Berufs bzw. der Erwerbstätigkeit zunimmt.
Überdenken Sie mögliche Vorurteile
Bestimmt kommen Ihnen die nachfolgenden Äußerungen bekannt vor. Lassen Sie sich jedoch davon nicht täuschen.
1. „Frauen haben andere Intentionen als Männer.“
Nicht selten wird davon ausgegangen, dass viele Frauen vor allem durch sinnvolle Tätigkeiten und befriedigende Sozialkontakte motiviert werden. Dem ist jedoch nicht so: Bei Befragungen nennen Frauen bestimmte Faktoren genauso häufig wie Männer. Dazu gehören Gehaltsniveau, Karrierechancen, Weiterbildung, Führungsnachwuchsförderung, Karriereplanung.
2. „Frauen können nicht führen.“
Die Erfolgs- bzw. Misserfolgsrate unterscheidet sich bei Männern und Frauen nicht wesentlich. Die Aussage, dass Frauen nicht führen können, ist also unter ökonomischen Gesichtspunkten nicht haltbar. Nicht zu widerlegen ist jedoch die Aussage: Frauen führen anders.
3. „Frauen führen anders.“
Während männliche Führungskräfte als durchsetzungsstark, kompetitiv, analytisch, selbstständig, zupackend und bestimmend beschrieben werden, wird mit weiblichen Führungskräften …
- Kommunikationsstärke,
- Teamorientierung,
- Zielbezug,
- Organisationstalent,
- Einfühlungsvermögen und
- Kreativität
… assoziiert.
Sie sollten sich allerdings bewusst machen, dass sich die Frage, ob und welche Führungsqualitäten besser oder schlechter sind, nur im Kontext mit der/den zu führenden Person(en), des Arbeitsfelds sowie der Unternehmenssituation beantworten lässt. Außerdem: Der Mix macht’s!
4. „Frauen wollen keine Karriere machen.“
In diesem Zusammenhang wird häufig auf …
- mangelndes Selbstvertrauen bei der Ergreifung von Karrierechancen,
- ungenügende Bereitschaft, sich im Kampf um Positionen anzupassen,
- mangelnde kompetitive Fähigkeiten sowie
- auf Familienpflichten
… hingewiesen. Tatsächlich leiden nicht wenige Frauen unter einem Selbstunterschätzungssyndrom. Die Folge davon: Je geringer das Selbstvertrauen ist, desto niedriger sind auch …
- das selbst gesetzte Anspruchs-Niveau,
- das Durchsetzungsvermögen bei auftretenden Widerständen und
- die Riskobereitschaft bei Übernahme von Verantwortung.
Fördern und Fordern
Machen Sie Ihren weiblichen Mitarbeitern deutlich, dass gute Leistungen allein nicht reichen. Sensibilisieren Sie sie zugleich dafür, dass auch gezielte Aufstiegsstrategien und -taktiken heutzutage wichtige Erfolgsfaktoren sind.
Zeigen Sie sich außerdem bereit, auf flexible Arbeitsort- und -zeitmodelle (z. B. Job Sharing) einzugehen.
Frau Prof. Dr. Jutta Rump ist Leiterin des Instituts für Beschäftigung und Employability IBE. Silke Eilers ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Beschäftigung und Employability.
"Coaching" ist der monatliche Beratungsbrief für Führungskräfte, herausgegeben von der GWI Gesellschaft für Wirtschaftsinformation.





