Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter zu Spitzenleistungen
Ein jeder kennt es: Wenn uns eine Sache Spaß macht, geht sie viel leichter und erfolgreicher von der Hand. Doch wie können Sie genau diesen inneren Drang, eine Aufgabe mit Freude zum Erfolg bringen zu wollen, bei Ihren Mitarbeitern erreichen?

Motivieren Sie Ihre Mitarbeiter zu Spitzenleistungen
Das Reiss-Profil® kann Ihnen dabei eine große Unterstützung sein. Es identifiziert 16 existenzielle Bedürfnisse und Werte – die sogenannten Motivatoren des Lebens.
Beobachten Sie Ihre Mitarbeiter genau
Damit Sie vorhersagen können, wie sich Ihre Mitarbeiter verhalten werden, müssen Sie also zunächst herauszufinden, was diese wirklich wollen. Denn das Handeln eines Menschen ist stets darauf ausgerichtet, ein Bedürfnis zu befriedigen.
Zeigen Sie daher deutlich, dass Sie sich für Ihre Mitarbeiter interessieren. Stellen Sie sich selbst sowie im persönlichen Gespräch mit Ihren einzelnen Teammitgliedern gezielt Fragen zu folgenden Themengebieten:
- Wofür interessieren sich meine Mitarbeiter?
- Was möchte jeder für sich erreichen (Ziele im Beruf und/oder Privatleben)?
- Worin erleben meine Mitarbeiter Erfolge?
- Bei welchen Aufgaben strahlen sie eine besondere Freude aus?
- Welche Aspekte mögen sie überhaupt nicht?
- Wobei sträuben sie sich unter Umständen oder zeigen mindere Qualität?
- Wie ist die Persönlichkeitsstruktur jedes Einzelnen (analytisch oder eher emotional, ein Unternehmeroder eher ein Zuschauer, extrovertiert oder eher ruhig)?
Bestimmt werden Sie schnell bei einigen Ihrer Mitarbeiter deutliche Interessen feststellen. Um die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter leichter identifizieren und einordnen zu können, sollten Sie diese mithilfe der Tabelle auf Seite 2 einordnen Jedes dieser 16 Motive kann sowohl hoch als auch niedrig ausgeprägt sein. Ein Beispiel:
- Ein Mitarbeiter mit einem hohen Familienmotiv legt Wert darauf, viel Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Folglich wird er auch genau zwischen seiner Arbeits- und seiner Familienzeit unterscheiden.
- Ein Teammitglied mit einem niedrigen Familienmotiv ist unabhängiger und orientiert sich weniger an den Aktivitäten innerhalb seiner Familie. Er ist auch bereit, spontan Überstunden zu machen – ungeachtet dessen, was für den Feierabend geplant war.
Setzen Sie Ihre Erkenntnis ein
Wenn Sie erkannt haben, was Ihre Mitarbeiter wirklich antreibt und befriedigt, können Sie diese Erkenntnisse in den Arbeitsalltag übertragen. Es hilft Ihnen dabei, den Mitarbeitern die richtigen Aufgaben zuzuteilen und dabei die Aspekte herauszustellen, die für ihn eine besondere Rolle spielen. Er wird daraufhin diese Tätigkeiten mit erhöhtem eigenem Antrieb erfüllen.
Nutzen Sie die Motive
Auch wenn Sie nicht die Wahl haben, Aufgaben frei zuzuteilen, können Sie die Motive Ihrer Mitarbeiter dazu nutzen.
Versuchen Sie Aspekte zu finden, die dessen Motivation am nächsten kommen. Denn ein und dieselbe Aufgabe hat stets mehrere Aspekte. Ein Beispiel: Wenn Sie eine unliebsame Aufgabe delegieren, können Sie für einen hoch machtmotivierten Menschen den Einflussaspekt und den Unterstützungsaspekt im Rahmen seiner Karriereplanung in den Vordergrund stellen. Bei einem hoch beziehungsorientierten Menschen können Sie dagegen die Hilfe für Sie als Führungskraft, das Team oder die Abteilung in den Vordergrund rücken.
Gehen Sie auf die Suche nach den Motiven Ihrer Mitarbeiter und nutzen Sie diese in Ihrem alltäglichen Umgang. Sehr schnell werden Sie erkennen, wie viel mehr Spaß Ihre Mitarbeiter bei denselben Aufgaben haben, wenn Sie ihre Motive zusammen mit den Aufgaben ins rechte Licht rücken.
Übersicht: Die 16 Lebensmotive nach Reiss
| niedrige Ausprägung | Lebensmotiv | hohe Ausprägung |
|---|---|---|
| geführt werden, keine Verantwortung, klare Arbeitsaufgaben | Macht | Einfluss, Erfolg, Leistung, Führung |
| Freiheit, Autarkie, Selbstbestimmung | Teamorientierung | Team- und Gruppenorientierung, Verbundenheit |
| Anwendungsorientierung, Umsetzung, Machen, Praktikabilität | Neugier | Wissen, Wahrheit, Dingen „auf den Grund gehen“ |
| Kritik, Zeigen von Selbstbewusstsein | Anerkennung | soziale Akzeptanz, Zugehörigkeit, positiver Selbstwert |
| Flexibilität, Veränderung, Offenheit für Abweichung von Strukturen | Ordnung | Struktur, Klarheit, Ordnung, Organisation |
| Großzügigkeit, Wegwerfen, kein Interesse am Sammeln | Sparen | Anhäufung materieller Güter, Eigentum, Archivierung,Sammeln |
| Loyalität, Tradition, moralische Integrität, Regeleinhaltung, Prinzipien | Ziel- und Zweckorientierung | Ziel- und Zweckorientierung |
| Realismus, soziale Selbstverantwortung | Idealismus | Fairness, soziale Gerechtigkeit, Altruismus |
| Zurückgezogenheit, Ernsthaftigkeit, Intraversion | Beziehungen | Freundschaft, Geselligkeit, Extraversion, Nähe zu anderen |
| keine Fürsorglichkeit, keine Abhängigkeitvon Kindern | Familie | Familienleben, Fürsorge, Erziehung eigener Kinder |
| Bescheidenheit, Genügsamkeit | Status | Prestige, Reichtum, Titel, Anerkennung, öffentliches Ansehen |
| Harmonie, Kooperation, Konfliktvermeidung, Ausgleich | Wettbewerb | Kongruenz, Aggression, Kampf, Vergeltung |
| Askese | Sinnlichkeit | Ästhetik, Schönheit, Design, Erotik, Kunst |
| Hunger stillen | Essen | Genuss und/oder Menge bei Nahrung und „Speisen“ |
| körperliche Ruhe | körperliche Aktivität | Bewegung, Fitness |
| Stressrobustheit, Risiko nehmen, Unternehmenslust | Ruhe | Entspannung, emotionale Sicherheit, Angst-/ Stressvermeidung |
Michaela Hüpperling
Michaela Hüpperling ist Seniorberaterin bei hr-horizonte Personalberatung GmbH.




