Oberste Priorität: Ihr Gesprächspartner
Haben Sie das selbst auch schon erlebt? Beim Arzt erklären Sie gerade, was Sie in die Praxis führt, da dreht sich die Empfangsdame abrupt weg und unterhält sich mit einer Kollegin? Ähnliche Situationen kennt wohl jeder. Man fühlt sich schlecht behandelt. In einem Gespräch ist es nicht anders. Sie können das besser.

Lassen Sie Ihren Gesprächspartner nicht im Regen stehen
Zum Abschluss eines Small Talks in Kennenlern-Situationen gehört der Visitenkartentausch. Damit signalisieren Sie, dass Sie an einer Fortsetzung des Kontakts interessiert sind. Das können Sie auch sprachlich aufgreifen.
„Es war nett, mit Ihnen zu reden. Ihre Perspektive mit … finde ich sehr interessant. Ich würde mich freuen, wenn wir das Gespräch demnächst fortsetzen. Jetzt möchte ich mich noch … widmen.“
Der Hinweis, dass Sie noch etwas anderes erledigen müssen, erleichtert den Ausstieg aus der Small-Talk-Situation.
Beim Big Talk sieht es ganz anders aus. Hier ist es wichtig, einen positiven Abschluss zu finden, auch wenn die Diskussion kontrovers war.
Ein Dank kommt immer gut an:
- „Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben!“
- „Es war gut, dass wir einmal alle Argumente gesammelt haben.“
- „Ich habe viele neue Aspekte kennen gelernt, die ich noch einmal überdenken möchte.“
Und wenn Sie Ihr Ziel nicht erreicht haben?
Auch dann sollten Sie nicht die „beleidigte Leberwurst“ geben, sondern das Beste daraus machen. Versuchen Sie, eine Perspektive zu bekommen, mit einer Frage: „Darf ich auf das Thema zurückkommen, wenn … geklärt ist?“
Wenn Sie diese Grundlagen der Gesprächsführung berücksichtigen, sind Sie für die wichtigsten Kommunikationssituationen gerüstet, Sie beherrschen „die Pflicht“.
„Die Kür“, nämlich Reden halten und Präsentieren, erlernen Sie in einer eigenen Schwerpunktausgabe.
Außerdem ist es wichtig, Beschlüsse, die im Gespräch gefasst wurden, noch einmal zu nennen, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.
- „Dann treffen wir uns in 2 Wochen noch einmal, um die restlichen Unklarheiten zu diskutieren.“
- „Bis zum … kläre ich also die Frage … und Sie beschaffen das Material von …?“
Abschied – freundlich, aber bestimmt
Diese Verabschiedungen müssen Sie bestimmt üben, sie fallen niemandem leicht. Wir neigen dazu, uns eher seufzend in unser Schicksal zu ergeben, zu resignieren. Aber das ist „karrierefeindlich“. Nehmen Sie die Gesprächsfäden in die Hand, notfalls mit verbaler Gewalt – und in solchen „Krisenfällen“ sind auch Notlügen zulässig. Hier ein paar Formulierungsvorschläge:
- „Entschuldigen Sie, dass ich Sie unterbreche, aber dort hinten sehe ich Frau ... Es war nett mit Ihnen. Auf ein baldiges Wiedersehen!“
- „Oh, bitte entschuldigen Sie, wenn ich jetzt gehen muss, aber Herr ... wartet auf mich, wir müssen noch etwas besprechen.“
Danach drehen Sie sich um und gehen, lächeln Sie und nicken der Klette noch mal zu. Nun sind Sie frei für weitere Gespräche.
Erste Hilfe: So gehen Sie mit Kletten um
Nicht jeder Gesprächsausstieg ist einfach. Besonders in Small-Talk-Situationen neigen einige Gesprächspartner dazu, zu „klammern“. Das sind mitunter Vielredner, aber auch Schüchterne oder Bequeme neigen dazu.
Schließlich haben sie in Ihnen einen angenehmen Gesprächspartner oder Zuhörer gefunden, mit dem sie hoffen, die komplette Betriebsfeier, den Ausflug, den gesamten Abend oder die Veranstaltungspause verbringen zu können.
Vielen von uns fällt es schwer, solche Kletten abzuschütteln. Wir möchten schließlich nicht unhöflich sein.
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