So motivieren Sie Ihre Mitarbeiter nach einer echten Pleite
Ein Fall aus der Praxis: Ihr Team hat im bundesweiten Vergleich den absolut geringsten Umsatz erzielt. Und das, obwohl in anderen Regionen Topergebnisse eingefahren wurden! Doch Ihre Mitarbeiter klagen nur über die allgemeine Wirtschaftskrise und schieben die Pleite auf die Strukturschwäche Ihres Standortes. Nur ein einziger Mitarbeiter ist der Meinung, dass es mit der Durchsetzung der Marketingmaßnahmen in weiten Teilen gehapert hat.

Bringen Sie Schwung in Ihre Mannschaft!
Wie gehen Sie mit der Krise um? Wie bringen Sie wieder Schwung in die Mannschaft? Hier hilft zunächst einmal, dass Sie verstehen, welche vier Verhaltenstypen in Ihrem Team vorhanden sind.
Grundsätzlich können Sie Ihre Mitarbeiter in folgenden Typen wieder finden:
Typ A: Der Persönliche
Dieses Teammitglied sieht einen engen Zusammenhang zwischen den Arbeitsergebnissen und seinen ganz persönlichen Fähigkeiten. Es übernimmt also auch die direkte Verantwortung für Erfolge oder Misserfolge.
Konsequenz: Ich bin einfach gut! folgert der Mitarbeiter aus seinen Topergebnissen – und das kann zu enormen Höhenflügen führen; prima für Ihr Team. Andererseits besteht die Gefahr, dass sich Typ A überschätzt. Und schwierig wird es dann, wenn die Erfolge ausbleiben. Dann kommt das Gefühl: Ich bin unfähig! Hier besteht die Gefahr, dass Ihr Teammitglied in die Spirale nach unten trudelt, weil es das Gefühl hat: Es gibt keinen Ausweg.
Lösung: Helfen Sie Ihrem Mitarbeiter, die Selbstzweifel auszuräumen. Machen Sie ihm klar: „Ich halte Sie für fähig!“ und versuchen Sie herauszufinden, wie Sie ihn in dieser Situation unterstützen können.
Typ B: Der Problembehaftete
„Ich kann da gar nichts dafür, die Aufgabe war einfach zu schwierig!“ – So denkt dieser Mitarbeitertypus.
Konsequenz: Hat jemand dieses Verhaltensmuster verinnerlicht, wird er auch keine echten Erfolgserlebnisse erleben. Denn im Umkehrschluss heißt das: Ein Erfolg ist nur dann zu erzeichnen, wenn die Aufgabenstellung entsprechend einfach war. So ein Mitarbeiter sieht sich also immer in der Opferrolle. Ein typischer Ausspruch ist: „Das geht nicht!“. Er wird nicht aktiv versuchen, etwas zu verändern, sondern weiterhin das Übel der Strukturschwäche beklagen.
Lösung: Ein kurzes „Bad“ in der Klage über die Strukturschwäche... dann muss aber Realismus folgen! In etwa so: „Mir ist klar, dass diese Region eine Herausforderung ist. Aber sind Sie wirklich der Meinung, dass hier schon das Ende der Fahnenstange erreicht ist?“ Appellieren Sie provokativ: „Sie sind doch ein Profi – also sagen Sie mir, was geht und was nicht! Oder soll ich mal in den Gewinnerregionen nachfragen, wie die ihren Umsatz steigern?“
Typ C: Der Schicksalsergebene
Auch diese Mitarbeiter sind der Meinung, dass „man da einfach nichts machen kann“. Die Erklärung: „Im Leben gibt es halt einfach Glück und Pech!“
Konsequenz: Diese Mitarbeiter sind nicht so leicht zu erschüttern – allerdings auch kaum motivierbar, eben schicksalsergeben.
Lösung: „Pech gehabt“ – das darf nicht die ultimative Erklärung für den Misserfolg bleiben. Sie können diese Teammitglieder motivieren, indem Sie zum Beispiel sagen: „Natürlich ist die Konjunktur gerade nicht auf der Höhe – und das ist wirklich Pech. Allerdings haben wir im Vergleich zur Konkurrenz auch nicht so konsequent unsere Marketingstrategie umgesetzt. Was können wir jetzt also tun, wenn die Konjunktur wieder anspringt?“ So bekommen Sie auch den letzten Schicksalsgläubigen wieder ins Boot!
Typ D: Der Aktive
Das ist der Idealtypus eines Mitarbeiters. Denn dieser übernimmt die Verantwortung – im positiven wie im negativen. Er hat verstanden, dass Erfolg bzw. Misserfolg eng mit seiner eigenen Leistung
zusammenhängen.
Konsequenz: Diese Erkenntnis führt dazu, dass solch ein Mitarbeiter leicht zu motivieren ist. Er ist stolz auf seine positiven Ergebnisse und natürlich auch frustriert, wenn die Rechnung nicht aufgegangen ist. Allerdings wird er sich dadurch nicht demotivieren lassen – sondern vielmehr seine Anstrengungen verstärken.
Fazit: Egal ob Misserfolg oder Erfolg – Mitarbeiter des Typus D haben die größte Motivation. Sie sind reflektiert („Selber schuld!“) und lernen aus ihrem Verhalten für die Zukunft. Ein echtes Vorbild – was will man mehr!
Dieser Artikel ist ein Auszug aus dem Fachinformationsbrief „Coaching“, herausgegeben von der GWI Gesellschaft für Wirtschaftsinformation. Er zeigt, wie wichtig es ist, dass Sie Ihre Qualitäten als
Führungsperson voll zum Einsatz bringen. Denn schlechtes Führungsverhalten kostet richtig viel Geld! Doch auch ein Profi braucht immer wieder neuen Input. Den bekommen Sie monatlich im Fachinformationsbrief „Coaching“ – bereits ein Tipp, den Sie daraus in Ihrem Führungsalltag umsetzen können, erspart Ihrem Unternehmen eine Menge Geld und Ihnen viele Nerven!





