Bewerbungsgespräche: Schützen Sie sich vor Fehlentscheidungen
Aufgrund von ein bis zwei Gesprächen zu entscheiden, ob ein Bewerber sich gut eignet, ist schwierig. Persönliche Vorlieben stehen Ihnen ebenso im Weg, wie die Fähigkeit mancher Bewerber, sich gut zu verkaufen, später aber nicht genug zu leisten. Die folgenden 3 Tipps helfen Ihnen, mehr Sicherheit zu bekommen.

Fehlentscheidungen kommen auch trotz gründlicher Bewerberauswahl immer wieder vor
Führen Sie Gespräche immer zu zweit
Egal wie erfahren Sie sind: Die größte Gefahr ist Ihre Subjektivität. Ein zweiter Gesprächspartner bringt mehr Objektivität durch eine zusätzliche Meinung ins Spiel.
Bitten Sie z. B. einen Kollegen aus einem anderen Bereich dazu.
Tauschen Sie sich nach dem Gespräch aus. Begründen Sie alle Eindrücke ganz konkret. So merken Sie am besten, wo Sie in die „Sympathiefalle“ geraten sind.
Arbeiten Sie nach einem Gesprächsleitfaden
Nehmen Sie das Anforderungsprofil für die Stelle als Grundlage, um sich einen Fragebogen zu erarbeiten. Ein Muster für so einen Fragebogen finden Sie auf der nächsten Seite.Nutzen Sie für alle Bewerber denselben Leitfaden.
So erreichen Sie, dass Sie die Gespräche später gut miteinander vergleichen können. Optimal ist es, wenn ein stiller Beobachter Notizen zum Gespräch macht. Dann können Sie sich ganz auf die Situation konzentrieren.
Hinterfragen Sie alles, was der Bewerber erzählt
Natürlich will sich jeder Bewerbergut darstellen, um seine Chancen zu erhöhen. Und in der Regel ist auch ganz klar, was Sie sich von einem Bewerber wünschen (Engagement, Flexibilität, hohe Motivation etc.).
Haken Sie deshalb ganz genau nach, wenn der Bewerber Ihnen eine Wunschantwort gibt. Fragen Sie z. B.:
- „Wann haben Sie so eine Situation (z. B. eine Niederlage) schon einmal erlebt?“
- „Wie war das genau?“
- „Was haben Sie dann gemacht?“
- „Was haben Sie genau gesagt?“
Jemanden, der nur blufft, erkennen Sie daran, dass ihm keine Beispiele einfallen oder diese sehr unkonkret bleiben. Manchmal kann einem Bewerber aber auch seine Nervosität im Wege stehen. Geben Sie ihm deshalb genug Zeit für die Antwort.
Franziska Brandt-Biesler




