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27.04.2009
Erfolgreiche Mitarbeitergewinnung

Die richtige Vorauswahl: So sprechen Sie passende Bewerber an

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Bewerberauswahl ist zeitaufwendig und kostenintensiv. Umso schlimmer ist es, wenn sich dann nur ungeeignete Kandidaten melden. Doch wie in den meisten Situationen gilt: Gute Vorbereitung hilft, Fehler zu vermeiden.

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Die richtige Vorauswahl: So sprechen Sie passende Bewerber an.

Quelle: Berwis, Pixelio

Auch wenn Sie eine Personalabteilung haben – die Überlegungen, wie der richtige Mitarbeiter für Ihr Team aussehen soll, kann Ihnen keiner abnehmen.

Erstellen Sie ein Anforderungsprofil

Das Profil dient als Grundlage für die Stellenausschreibung und hilft Ihnen später bei der Durchsicht der Bewerbungen und dem Einstellungsgespräch. Ein Anforderungsprofil geht über eine Jobbeschreibung hinaus.

Diese Fragen müssen Sie beantworten: Legen Sie für alle Anforderungen fest, ob diese zwingend erforderlich oder nur vorteilhaft sind. Machen Sie sich in diesem Zusammenhang auch Gedanken, in was für eine Unternehmenskultur Ihr Mitarbeiter kommt. Was für ein Typ passt in Ihr Team? Ist Ihr Unternehmen eher …

  • team- oder wettkampforientiert,
  • hierarchisch oder kooperativ
  • traditionell oder modern?


Gibt es sehr klare Vorgaben oder brauchen Sie jemanden, der sich seinen Aufgabenbereich selbstständig erarbeiten kann?

 
Ist der Ton in Ihrem Unternehmen eher pragmatisch knapp oder kommunikativ? Nachdem Sie diese Fragen beantwortet haben, wissen Sie und Ihre Personalverantwortlichen sehr genau, wonach Sie suchen müssen.

Veröffentlichen Sie eine aussagekräftige Stellenanzeige

Folgende Punkte sollten in der Stellenanzeige enthalten sein:

1. Stellenbezeichnung der zu besetzenden Stelle

2. Hauptaufgaben der Position

3. kurze Darstellung Ihrer Firma und Firmenkultur

4. gewünschte Kenntnisse und Fähigkeiten (zwingend oder vorteilhaft)

5. Vorerfahrungen (zwingend oder vorteilhaft)

6. erforderliche Kompetenzen

7. Leistungen und Anreize wie z. B. Entwicklungsmöglichkeiten

8. besondere Anforderungen an die Bewerbung (z. B. Gehaltsvorstellungen und Verkaufserfolge, möglichst in konkreten Zahlen)

9. weitere Angaben zur Bewerbung und Kontaktdaten

 

 

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Bitten Sie schon in der Stellenausschreibung um Bewerbungen per E-Mail. Die Bearbeitung ist wesentlich einfacher – besonders weil Sie sich die Rücksendung von Unterlagen ersparen können.

Bereits mehr als die Hälfte der Stellenausschreibungen laufen heute schon über Online-Jobbörsen. Dort können Sie Anzeigen deutlich günstiger platzieren als in Zeitungen. Außerdem sucht ein Großteil der Bewerber über das Internet nach einer Stelle. Die bekanntesten Plattformen sind:

 www.monster.de
 www.jobpilot.de 
 www.stepstone.de
Dort erreichen Sie auch die meisten Bewerber.

Online-Jobbörsen funktionieren wie ganz normale Suchmaschinen. Die Bewerber suchen nach gängigen Begriffen wie „Vertrieb“, „Außendienst“, „Verkaufsleiter“. Verzichten Sie deshalb auf phantasievolle Jobbezeichnungen. Um viele Bewerber anzulocken, ist vor allem eines entscheidend: Ihre Anzeige muss gefunden werden!

Treffen Sie eine sinnvolle Vorauswahl

Wenn möglich, lassen Sie eine grobe Vorauswahl bereits von der Personalabteilung treffen. Wenn das nicht geht oder Sie lieber alle Bewerbungen selbst anschauen wollen, gehen Sie systematisch vor, um sich unnötige Arbeit zu ersparen.

Beurteilen Sie der Reihe nach die Punkte auf der Checkliste unten. Prüfen Sie bei den besten Bewerbern anhand des Anforderungsprofils, wie gut diese Ihre Vorstellungen erfüllen. Am besten erstellen Sie ein Ranking oder teilen Sie die Kandidaten z. B. folgendermaßen ein:

Gruppe 1: sehr gut geeignet

Gruppe 2: bedingt geeignet

Gruppe 3: ungeeignet

Sagen Sie der Gruppe 3 sofort ab. Vereinbaren Sie mit der Gruppe 1 Termine zum Bewerbungsgespräch. Vertrösten Sie Gruppe 2 noch ein wenig, falls sich in Gruppe 1 doch kein geeigneter Bewerber befindet.

Wenn Sie zu wenige Bewerbungen erhalten haben, waren möglicherweise Ihre Anforderungen zu anspruchsvoll dargestellt. Verändern Sie in diesem Fall die Ausschreibung noch einmal und starten Sie eine zweite Runde.

Checkliste Bewerbungsunterlagen ja nein

1. Gesamtbild

  • Sind alle Unterlagen vollständig (Anschreiben, Lebenslauf, Foto, Zeugnisse, Bewerberprofil)?
  • Machen die Unterlagen den Eindruck, als habe der Bewerber sich Mühe gegeben?
   

2. Anschreiben

  • Sind die Bewerbungsmotive klar dargestellt?
  • Verkauft der Bewerber sich gut (prägnant, selbstbewusst, realistisch etc.)?
  • Kommt der Bewerber auf den Punkt?
  • Ist das Anschreiben korrekt (Anschrift, Rechtschreibung, Form etc.)?
   

3. Lebenslauf

  • Bringt der Bewerber die geforderten Fähigkeiten, Erfahrungen und Kenntnisse mit?
  • Ist der Lebenslauf schlüssig und passend? (Hinweis: Achten Sie auf Lücken, Anstellungen unter einem Jahr, Brüche, Widersprüche.)
  • Hat der Bewerber sich beruflich systematisch weiterentwickelt?
  • Sind kurze Beschäftigungsverhältnisse (unter einem Jahr) begründet (z. B. Firmenschließung, Befristung)?
   

4. Zeugnisse

  • Sind Zeugnisse aller relevanten Anstellungsverhältnisse vorhanden?
  • Sind die Zeugnisse positiv?
   

5. Bewerbungsprofil

  • Ist ein Bewerberprofil vorhanden?
  • Finden Sie die gewünschten Kompetenzen im Profil wieder?
  • Gibt es Hinweise auf besondere Vorteile (z. B. soziales oder ehrenamtliches Engagement, besondere Hobbys)?
   

 

 Franziska Brandt-Biesler ist Verkaufstrainerin