Befreien Sie Ihr Team aus dem Wissensstillstand
Ist Ihnen eigentlich bewusst, was Ihr Unternehmen weiß und wie Sie dieses Wissen „frisch halten“? Falls ja: Wo lagert es? Vermutlich werden Sie bei diesen Fragen augenblicklich an Ihre Datenbanken, zentrale Dokumentation oder Ablagesysteme denken. Das ist nicht falsch – tatsächlich befindet sich jedoch rund 80 % des Wissens in den Köpfen der Mitarbeiter!

Befreien Sie Ihr Team aus dem Wissensstillstand
Fördern Sie Weiterbildung
Sollten Sie der Ansicht sein, dass Weiterbildung von einem Mitarbeiter grundsätzlich erwartet wird – allerdings außerhalb vom Job und ohne aktive Unterstützung durch Sie, dann ändern Sie diese persönliche Sicht. Erklären Sie stattdessen Lernen und Wissensaufbau zum Teil des Arbeitsalltags. Der Grund:
- Lernen ist proaktiv.
- Fehler zu lösen ist dagegen reaktiv.
Oder anders ausgedrückt: Hätten Sie beispielsweise bei der Produktion eines Gegenstands schon früher gewusst, was Sie heute wissen, so wäre mancher Fehler nicht aufgetreten.
Analysieren Sie das Entwicklungspotenzial
Nutzen Sie die nächste sich bietende Gesprächsmöglichkeit und ergründen Sie das Weiterentwicklungspotenzial des jeweiligen Mitarbeiters. Dabei helfen Ihnen folgende Fragen:
- Wo liegen grundsätzliche Weiterbildungspotenziale des Mitarbeiters?
- Wo können Weiterbildungsmaßnahmen den betrieblichen Ablauf verbessern?
- Wo gibt es förderungswürdige Potenziale auch außerhalb des jetzigen Tätigkeitsfelds?
Auf dieser Basis erkennen Sie, welche realen Themen für den Mitarbeiter derzeit von Interesse sind.
Mein Rat
Es lohnt sich übrigens auch solche Bereiche zu ergründen, die zunächst keinen direkten Bezug zur jetzigen Tätigkeit haben: Lassen Sie sich daher beispielsweise auch von Interessen und Wünschen erzählen: Fragen Sie, wo der Mitarbeiter sich in den nächsten 5 Jahren hinentwickeln möchte. Oder lassen Sie sich berichten, von welchen (berufsnahen) Fähigkeiten (z. B. besser zu präsentieren, leichter Texte zu formulieren) er schon immer geträumt hat
Suchen Sie gemeinsam nach Wegen
Überlegen Sie, wie Sie den Mitarbeiter darin unterstützen können, Zielen – die auch für die Firma interessant sein können – näher zu kommen. Dabei verlangt niemand, dass Sie eine solche Weiterbildung während der Arbeitszeit völlig auf Firmenkosten realisieren! Es reicht schon, wenn Sie darüber nachdenken, ob …
- er vielleicht eine Flexibilisierung seiner Arbeitszeit benötigt,
- es Sinn macht, sich teilweise an den Kosten/zeitlichem Aufwand zu beteiligen, oder
- es andere Barrieren gibt, die Sie beseitigen können.
Zeigen Sie Interesse
Es reicht jedoch nicht aus, nur Ihre Mitarbeiter zur Weiterbildung zu ermutigen. Genauso wichtig ist es, persönliches Interesse an dem zu zeigen, wie sich der Betroffene weiterentwickelt.
- Lassen Sie sich über die Inhalte oder Lernerfolge berichten. Sie zeigen so Interesse und motivieren zum Weitermachen.
- Fragen Sie, ob und was Ihre Mitarbeiter von dem neu Erlernten konkret in den eigenen Arbeitsalltag übernehmen können.
- Ermutigen Sie sie, innovative Anregungen, die sie gewonnen haben, in Teammeetings einzubringen und/oder zur Diskussion zu stellen.
Nutzen Sie neue Fähigkeiten
Der Besuch eines Kurses liefert natürlich keinen Experten – er schafft aber Grundlagen.
Geben Sie Ihren Mitarbeitern daher Chancen und Möglichkeiten, ihr Erlerntes anzuwenden. Nur durch Übung entsteht Routine. Die Folge: Indem Weiterbildung und Lernen zum normalen Arbeitsalltag gehören, erhalten Sie Mitarbeiter, die …
- darin geübt sind zu lernen,
- neue Anregungen einbringen und
- aktiv nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.
Genau das ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer lernenden Organisation. Lesen Sie im nächsten Heft mehr dazu.
Jutta Gröschl



