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06.02.2012
Parallellen erkennen

Talente fördern und halten

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Herausragende Leistungsträger entdecken, fördern und halten ist eine Ihrer wichtigsten Herausforderungen, denen Sie sich als Führungskraft stellen müssen. Wolf Werner hat jahrzehntelang als Trainer Nachwuchstalente für die Bundesligavereine Werder Bremen und Bayern München gesucht und begleitet. Mit Erfolg: Heute spielen beispielsweise Simon Rolfes und Tim Borowski in der Deutschen Nationalmannschaft.

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Wie Sie Talente fördern und halten

Interwiever: Welche Wege gehen Fußballtrainer, um neue Talente zu finden?

Wolf Werner: Mittlerweile ist das ja alles schon sehr organisiert: Alle Bundesliga-Vereine haben eine Scoutinggabteilung, die auf der Suche nach Talenten in unterschiedlichen Altersgruppen ist. Mithilfe von sogenannten Scoutingtools wird dann die Leistung eines talentierten Spielers genau beobachtet.

Manchmal gibt es dennoch Spieler, die zunächst verkannt werden – manchmal aber auch nicht in den Auswahlmannschaften des Landesverbands berufen werden, weil die Ursprungsvereine Angst haben, dass ihre Talente weggeholt werden.

Interwiever: Worauf achten die Trainer bei der Talentsuche?

Wolf Werner: In erster Linie geht es um die fußballerischen Fähigkeiten. Danach wird überprüft, ob ein Spieler in der Lage ist, sein fußballerisches Talent – das ja über dem Durchschnitt liegt – in eine Mannschaft einzufügen.

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Interwiever: Wie gelingt es Trainern, ihre Talente auch längerfristiger zu halten und resistent gegen andere Vereinsangebote zu machen?

Wolf Werner: Das wird immer schwieriger. Die Mobilität der Spieler ist wahnsinnig groß. Wenn man nicht von Anfang an bei einem Verein ist, der finanziell stark ist, wird man schnell verleitet, den Verein zu wechseln.

Interwiever: Welche Trainerfehler schaden bei der Talentsuche?

Wolf Werner: Bei der Suche passiert relativ wenig. Die Fehler werden bei der Ausbildung gemacht. Ein Beispiel: Wenn ein Spieler der U  17 mit seiner Leistung weit herausragt, wird er oftmals direkt in die U  18 oder U  19 übernommen. Der Trainer der U  17 ist oftmals aber gar nicht begeistert darüber, dass sein herausragender Spieler einfach weggeholt wird. Es ist aber für den sportlichen Gesamterfolg ganz wichtig, dass der Spieler im Fokus steht und nicht die Belange der einzelnen Trainer.

Interwiever: Sehen Sie auch zwischenmenschliche Fehler, die sich auf die Entwicklung eines Spielers auswirken können?

Wolf Werner: Trainer sind Menschen, da gibt es auch zwischenmenschliche Probleme. Und natürlich kommt es vor, dass ein Spieler mit einem Trainer überhaupt nicht klar kommt. Er wechselt dann den Verein und kommt ganz groß raus.

Nutzen Sie die Erfahrungen von Wolf Werner für sich:
  • Stärken Sie Ihren Führungsbereich, indem Sie immer die Augen nach Talenten offen halten.
  • Nutzen Sie Ihr Netzwerk als „Scoutinggruppe“: Hören Sie genau hin, wenn jemand einen anderen positiv hervorhebt.
  • Verfolgen Sie die Entwicklung von Langzeitpraktikanten, Aushilfen und Auszubildenden, wenn Sie einen positiven Eindruck von deren Leistung gewonnen haben.
  • Prüfen Sie jedoch genau, ob der von Ihnen anvisierte Leistungsträger in Ihren Führungsbereich passt. Unter Umständen ist es für Sie profitabler, wenn er in seinem aktuellen Wirkungsfeld bleibt.
  • Zeigen Sie sich aber auch offen dafür, Leistungsträger aus Ihrem Führungsbereich ziehen zu lassen, wenn sich diesen unternehmensintern höhere Herausforderungen bieten. Vergessen Sie nie: Ein Talent, das seine Fähigkeiten kennt, können Sie auf Dauer nicht auf niedrigem Niveau halten. Im Gegenteil: Wenn Sie ihm weitere Entfaltungsmöglichkeiten verwähren, wird er mit Sicherheit den Arbeitgeber wechseln.


Jutta Gröschl
Autorin "Coaching"

Coaching ist der monatliche Beratungsbrief für Führungskräfte.