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13.06.2006
Basel II

Diese Faktoren müssen Sie beachten

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Mit der Einführung von Basel II gelten bei der Kreditvergabe an Unternehmer verschärfte Bedingungen. Welche Faktoren Sie bei Ihrer Vorbereitung auf ein Rating beachten müssen, erfahren Sie in folgendem Beitrag.

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Mit der Einführung von Basel II gelten bei der Kreditvergabe an Unternehmer verschärfte Bedingungen. Welche Faktoren Sie bei Ihrer Vorbereitung auf ein Rating beachten müssen, erfahren Sie in folgendem Beitrag.

Der Basler Ausschuss hat keine gesetzgeberischen Kompetenzen, er ist ein informelles Beratungsgremium. Da dessen Regeln aber als sinnvoll und notwendig angesehen werden, ist es folgerichtig, dass die EU durch Richtlinien und Richtlinienvorschläge sowie Deutschland durch Gesetze und Verordnungen diese Regeln verbindlich gestalten. Das deutsche Gesetz heißt: „Gesetz zur Umsetzung der Capital Requirements Directive-CRD“.

Das sind die neuen Regeln und ihr Einfluss auf die Kreditvergabe In der Basler II-Vereinbarung geht es darum, die Eigenkapitalvorsorge der Kreditinstitute risikogerechter auszugestalten. Die Bonität des Unternehmens wird folglich bedeutsamer.

Es genügt nicht mehr, dass Banken/Sparkassen jedem Firmenkredit ein Eigenkapital zu dem einheitlichen Satz von 8% unterlegen (Basel I, §§ 10 und 10 a KWG). Da dieser Prozentsatz einheitlich für Schuldner mit schlechter und guter Bonität gilt, bestehen keine aufsichtsrechtlich bedeutsamen Gründe, Kredite mit schlechter Bonität zu vermeiden. Dies soll Basel II verändern.

Die aufsichtsrechtlich zu verantwortende Bonitätsprüfung durch die Bank führt zu Veränderungen bei der Kreditvergabe gegenüber Ihnen als Kunden. Die subjektive Einschätzung des Firmenkundenbetreuers der Bank hat keinen bedeutenden Einfluss mehr. Anhand dieser Faktoren wird eine Risikoklasse (Rating) ermittelt. Diese hat wiederum Einfluss auf:

  • Gewährung/Ablehnung des Kredits

  • Höhe des Kredits

  • Höhe der Zinsen

  • Art und Weise der Sicherheiten

  • Zuständigkeit und Kompetenz des Banksachbearbeiters.

 

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Die Unterschiede zwischen kleinen und größeren Firmenkrediten < 1 Mio. €

Die persönlichen Belange und Erfahrungen bei der Vergabe von Krediten gegenüberFirmenkunden, die insbesondere aus persönlichen Kontakten entstanden und bekannt sind, sollen dennoch hinreichend gewahrt und verwertet werden. Zu diesem Zweck ist es möglich, Kredite an kleinere und mittlere Firmenkunden

  • mit einem Kreditvolumen von weniger als 1 Mio. €

  • entsprechend dem Privatkundengeschäft in einem Portfolio zusammenzufassen und sie

  • mit einer geringeren Eigenkapitalssumme als bisher zu unterlegen.

 

bis 50 Mio. €

 

Bei Krediten an Unternehmen mit bis zu 50 Mio. € Jahresumsatz und einem Gesamt- Kreditvolumen von über 1 Mio. € bei dem jeweiligen Kreditinstitut hängt im internen Ranking die Gewichtung des Kreditausfallrisikos von der Unternehmensgröße ab: je kleiner das Unternehmen, desto größer der Abschlag vom Kreditausfallrisiko. In Zukunft werden bei längeren Kreditlaufzeiten Zuschläge erhoben,es sei denn, es geht um Kredite an Privat- und an kleinere und mittlere Firmenkunden(Retail-Portfolio). Die neuen Regelungen treten zum 1.1.2007 in Kraft.

 

Der Rang im Rating entscheidet

Die Bewertung der Banken/Sparkassen hinsichtlich ihrer zentralen Risikobereiche

  • Kreditgeschäft,

  • Marktpreisrisiko und 

  • operationelles Risiko


führt dazu, dass auch die Firmenkunden gleichsam mit einer Schulnote bewertetwerden, die deren Bonität ausdrückt.

 

Beispiele für das Firmenkunden-Rating

  • AAA (Triple-A): das betreffende Unternehmen wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeitseine Zahlungsverpflichtungen stets vollständig und rechtzeitig erfüllen.

  • C: das betreffende Unternehmen ist nicht weit von der Insolvenz entfernt.

 

 

Diese Rating-Klassen, von denen es im Firmenkundenbereich sechs bis neun gibt, sind im Detail von Bank zu Bank verschieden. Das Rating als Mittel der Bonitätsbeurteilung gibt es bereits seit etwa 80 Jahren.Hier gilt also wie immer:Wer sein Unternehmen gut führt, braucht weder das Rating noch Basel II zu fürchten.

Übersicht: So sichern Sie sich ein gutes Rating

 

  • Umfassende betriebliche Ausstattung, beispielsweise mit wichtigen IT-Systemen

  • Verfügbarkeit der Sicherheit von IT-Systemen

  • Zukunftsaussichten der angebotenen Waren/Dienstleistungen auf dem Markt

  • Aufgeschlossenheit des Unternehmens zur Innovation

  • Unternehmensstrategie

  • Nachfolgeregelung

  • Marktpositionierung

  • Anteil der besonders qualifizierten Mitarbeiter

  • Durchsetzungsstärke des Managements auch gegenüber den Mitarbeitern.

 

Lutz Schumann,
Wirtschaftsjournalist