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17.11.2009
Banken

Können Sie Ihrer Bank noch vertrauen?

— abgelegt unter:

Die mittelständische Wirtschaft wird durch die nicht ganz sauberen Geschäftspraktiken einiger Banken massiv beeinträchtigt. Die Folgen sind Kosten in Milliarden Höhe und Vertrauensverlust. Und hier geht es nicht nur um die aktuelle Wirtschaftskrise, sondern auch um inkorrektes Verhalten den Privat- und Geschäftskunden gegenüber.

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Hat Ihre Bank noch eine weiße Weste?

So bemängelten bereits 2005 (!) von 1.500 Befragten 90 % fehlerhafte Abrechnungen, 85,4 % beanstandeten zeitverzögerte Gutschriften, 42,1 % überhöhte Gebühren und 13,5 % fehlerhafte Zinsberechnungen.

Überprüfen Sie anhand der folgenden Checkliste, ob Ihre Bank wirklich noch die beste Adresse für Ihren Geldverkehr ist – und was Sie tun können, wenn Sie zwar nicht gleich wechseln wollen (oder können), aber die Abzocke auch nicht weiter hinnehmen wollen.

Beantworten Sie die folgenden Fragen. Wenn Sie mehr als eine Frage mit „Ja“ beantworten müssen, sollten Sie ernsthaft über Ihre Bankbeziehung nachdenken:

  • Ist Ihnen schon häufiger aufgefallen, dass die Wertstellung von Gutschriften immer mit Verzögerung erfolgt?
  • Liegt bei der Inanspruchnahme von öffentlichen Fördermitteln eine erhebliche zeitliche Differenz zwischen dem Eingang der Fördermittel bei Ihrer Bank und der Gutschrift auf Ihrem Konto?
  • Kommt Ihnen die Zinsanpassung bei Krediten ohne Zinsbindung manchmal völlig willkürlich vor?
  • Wurde Ihr Zinssatz bei Krediten plötzlich erhöht, obwohl ein fester Zinssatz vereinbart war?
  • Tauchen auf Ihrem Konto manchmal unverständliche Buchungen und Gebührenforderungen auf?
  • Wurde Ihnen trotz Grundbuchsicherung der Zinssatz für Kontokorrentkredite berechnet?

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Vier Praxis-Tipps: So können Sie sich wehren

1. Sprechen Sie mit Ihrer Bank

Verlangen Sie ein Gespräch mit dem zuständigen Abteilungs- oder Filialleiter Ihrer Bank. Weisen Sie ihn auf die Unzulässigkeiten hin und fordern Sie ihn auf, die überzahlten Beträge zurückzugeben und in Zukunft derartige Praktiken zu unterlassen.

Wahrscheinlich blockt die Bank erst einmal ab: Gefragt ist Ihr Verhandlungsgeschick.

2. Machen Sie einen „Vorschlag zur Güte“

Akzeptieren Sie bei Ihren Verhandlungen zum Beispiel eine Rückzahlung für das vergangene Quartal und vereinbaren Sie für die Zukunft eine korrekte Abrechnung. Auf solche Vergleichsangebote gehen erfahrungsgemäß viele kleinere Kreditinstitute ein.

3. Der Rechtsweg

Schaltet Ihre Hausbank auf stur, können Sie natürlich den Rechtsweg beschreiten. Überlegen Sie aber gut, ob sich das wirklich lohnt. Denn die Beweislast liegt bei Ihnen. Und Gutachter-, Anwalts- und Gerichtskosten gehen ganz schön ins Geld. Verfahren können sich über Monate, sogar Jahre hinziehen.

4. Besser und finanziell ohne Risiko: Das Schlichtungsverfahren

Nutzen Sie besser das außergerichtliche Schlichtungsverfahren der Banken. Voraussetzung für die Anrufung des diesbezüglichen „Ombudsmanns“ ist, dass Sie Ihre Ansprüche bei der Bank geltend gemacht haben.

Die Adressen für die je nach Bankentyp verschiedenen Ombudsleute erhalten Sie im Internet, bei Schutzverbänden oder direkt von Ihrer Hausbank.

Beispiel: Ombudsmann für die privaten Geschäftsbanken unter www.bankenverband.de/ombudsmann

Redaktionsbüro Ernst Schneider