IT-Learnings: Frameworks
Frameworks - Diese flotten Rahmenprogrammierungen helfen IT-lern nicht nur beim Standardisieren, Integrieren, beim Wissensmanagement und bei der Kommunikation, sondern sorgen dafür, dass Kosten und Arbeitszeit auf das nötige Minimum reduziert und Fehler vermieden werden.

Frameworks
In jedem Unternehmen gibt es bereits Frameworks, die nur eben nicht so heißen und auch nicht so wahrgenommen werden. Das kann das Corporate Design sein, das können Projektanforderungen und Vorgaben für Pflichtenhefte sein, aber auch technische Lösungen wie Versandkartons oder Gerätegrößen, die sich an bestimmten Standardisierungen orientieren.
Denn genau darum geht es bei Frameworks: Dem Festlegen von standardisierten Abkürzungen, die vermeiden sollen, dass repetitive Fleißarbeit immer und immer wieder neu erarbeitet werden muss. Mit all den Fehlern und der Zeitverschwendung, die das zur Folge hat.
Frameworks in der IT
Frameworks verhalten sich zu Programmiersprachen wie ein Knopfdruck auf dem Bedienstand zum komplizierten Umlegen von Schaltern, Hebeln und Öffnen von Ventilen an Maschinen. Die Programmiersprachen machen vieles möglich und steuerbar, doch ebenso universell wie ihre Funktionen sind auch die Lösungsansätze. Deshalb legen Programmierer fertige Skripte, von denen sie überzeugt sind, dass man sie nicht mehr besser machen kann, in eine Bibliothek ab. Wird diese Lösung nun benötigt, wird sie mit einem einfachen Befehl aufgerufen.
Die Folgen: Man spart sich Programmierarbeit, benutzt standardisierte, da vorgegebene Begrifflichkeiten und kann darauf bauen, dass Menschen am anderen Ende der Welt diese Skripte auch genauso benutzen.
Ein Beispiel: CSS-Dateien bestimmen, wie die Elemente auf einer Website aussehen sollen. Nur haben alle Browser eine andere Meinung darüber, welchen Annahmen die zu lesende CSS-Datei zu Grunde liegt. Viele CSS-Frameworks benutzen deshalb einen so genannten Reset, also eine Bereinigung dieser Browser- Voreinstellungen. Die Folge: Der Coder muss nun nicht mehr für jeden Browser eine angepasste Version einer Website schreiben, sondern erreicht durch die Löschung der Grundeinstellungen, dass er nur einmal coden muss.
Wie kann man Frameworks im Unternehmen nutzen
Die Sache ist viel einfacher, als Sie vielleicht denken. Immer dann wenn Sie der Meinung sind, dass ein Prozess immer und immer wieder im Unternehmen auftaucht, sollten Sie ihn zu ihrem Framework hinzufügen. Hierzu beobachten Sie, wann dieser Prozess optimal ablief und legen Regeln fest, die den Ablauf reproduzierbar machen. Schaffen Sie nun Schnittstellen zu anschließenden und vorangehenden Prozessen und achten Sie dabei auf einheitliche Begrifflichkeiten. Stellen Sie sicher, dass alle am Prozess Beteiligten Zugang zu dem Wissen haben und den Prozess verstehen.
Ein Beispiel: In der Serviceabwicklung eines Hardwarevertriebs werden jeden Tag Pakete angenommen, geöffnet, der Inhalt erfasst und an die Technik- oder die Abwicklungs-Abteilung weitergeleitet. Sie bemerken, dass die Zahl der Abwicklungen besonders gut läuft, wenn der Auspacker langsamer arbeitet, da sich die zu bearbeitenden Chargen nicht mehr stapeln und für Unübersichtlichkeit an den Arbeitsplätzen der Bearbeiter sorgen. Sie richten deshalb dem Auspacker auch ein Bearbeitungsterminal ein und halten folgenden Prozess fest: „ Wenn der Auspacker so viel ausgepackt hat, dass jeder Bearbeiter zwei Kisten mit Chargen auf dem Tisch hat, soll er solange selbst Chargen an seinem Terminal erfassen bis mindestens zwei Bearbeiter nur noch eine Kiste auf dem Tisch stehen haben. Obendrein sollen Chargen mit der Aufschrift '-DOA' (Dead On Arrival) direkt an die Technikabteilung weitergeleitet werden, ohne vorherige Prüfung durch die Bearbeiter. Sie haben durch diesen Prozess also einen saubereren Ablauf in der Service-Abteilung, eine Entlastung der Bearbeiter durch den Auspacker und die Technik-Abteilung und durch die Weiterbildung des Auspackers eine Aufwertung seiner Qualifikation erreicht, so dass er im Krankheitsfall einen regulären Bearbeiter ersetzen kann. Halten Sie diese Anleitung fest, so dass ein möglicher Nachfolger von diesem Wissen profitiert.
Dipl. Des. Chris Herrmann
Redakteur
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