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08.11.2011
Wissen

Was Manager vom "Agile Software Development" lernen können

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Nicht nur Unternehmen entwickeln Prozesse, damit sie flexibler auf Anforderungen reagieren können und Produkte schaffen, die höchstinnovativ, aber dennoch schnell auf dem Markt sind. Im Bereich der Software Entwicklung finden Innovationen in viel schnellerem Rythmus statt, so empfiehlt sich ein lehrreicher Blick in die Methoden des 'Agile Softwaredevelopment'.

Agile_Software.jpg

Prozess-Diagramm

Unternehmen wie Microsoft waren in der Vergangenheit Sinnbild einer schwerfälligen, pyramidenförmigen Entwicklungskultur – langwierige Kontrollprozesse und übersteigerte Erwartungen hielten Entwicklungsteams von ihrer eigentlichen Arbeit ab und verhinderten die schlanken Lösungen, mit denen Konkurrent Apple dann reüssierte. Aus diesen Einsichten entstand um 1999/2000 herum, eine Programmierkultur, die die Prozesse verschlankte – die näher am Kunden war und die Wissen und Verantwortung auf ein Projektteam verteilte: das 'Agile Software Development'.

Die Vorteile, die diese Methoden in sich bergen sind: schneller Marktauftritt, Entwicklung 'on the go', Feature-Armut (je weniger Features, desto weniger Fehler und mehr Fokus), gute Ressourcenverteilung, emotionslose Fehlerkultur, Skalierbarkeit.

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Wie funktioniert 'Agile Software Development'?

Um den Begriff des 'Agile Software Development' ranken sich einige Prinzipien, aus denen heraus Methoden entwickelt wurden, die mittlerweile bei vielen Teams erfolgreich Anwendung finden. Doch welche Methoden sind das? Und was können Businessmenschen daraus ableiten?

Hier ein Überblick:

Paarbildung  Das kleinste mögliche Team besteht aus zwei Leuten. Diese programmieren zusammen an einem Rechner: Einer codet, der andere kontrolliert und denkt mit. So findet ein stetiger Austausch statt. Probleme werden antizipiert, kollegiales Lernen wird ermöglicht, einfachere Lösungen diskutiert. Arbeitsvermeidung findet durch gegenseitigen Ansporn/Kontrolle nicht statt.

Rapid Prototyping – so schnell wie möglich einen funktionierenden Prototypen entwickeln. Der zeigt schnell auf, wo die Baustellen sind und macht Fortschritte wahrnehmbar. Dieser Prototyp wird dann in mehreren Zyklen auf ein den Ansprüchen gerechtes Modell hochskaliert. Im Management können so schnell Ergebnisse präsentiert – Kunden, Investoren und Entscheidungsträger überzeugt werden.

Testen  Jeder Fortschritt wird auf Fehler überprüft und diese werden dann in einer Bug-Liste gesammelt. Tickets werden aus diesen Bugs erstellt und konkrete Aufgaben daran gebunden. Auch Geschäftsprozesse lassen sich durchspielen. Auf Basis eines Prototyps, der Fortschritte und des Konzepts generieren Sie immer mehr Touchpoints und können Probeläufe initiieren.

Schnelle Zyklen  In schnellen Iterationen, die stets den selben Ablauf haben, wird das Produkt auf die gewünschte Reife gebracht. Ein Zyklus wäre etwa: Programmieren - Integrieren – Test – Kommunizieren- Optimieren.

Geteiltes Wissen  Spezialistentum gefährdet jedes Projekt, denn wenn der Experte krank wird, kann ihn niemand ersetzen. Außerdem entstehen so oft Hoheitsansprüche, die Befindlichkeiten im Team hervorrufen. Deshalb teilt man beim ASD das Wissen und den Code. Fortschritte werden besprochen, in Repositories wird der Code demokratisch verteilt und ist von jedem einsehbar und bearbeitbar.

Schnelle Integration Weiterentwicklungen werden sofort in den Prototyp integriert. So vermeidet man Überraschungen und macht Erfolge sichtbar. Fehler im Zusammenspiel werden schneller offenbar und man hat den aktuellen Stand stetig vor Augen.

Keine Überstunden – Daran müssen sich Busienssleute erst gewöhnen. Doch beim Coden gelten Überstunden als Anzeichen schlechter Planung. Die Konzentrationsfähigkeit des Teams lässt nach und Fehler nehmen überhand.

Kundenkommunkation  Durch die schnellen Iterationen und vielen kleinen Entwicklungsschritte wird es möglich, die Software noch im Entstehen an geänderte Ansprüche anzupassen. Durch eine enge Kommunikation mit dem Kunden (er muss dafür bereit sein) können hier schnell Missverständnisse aufgeklärt und Ziele angepasst werden. Vergessen Sie den 'Tadaa-Effekt', steter Tropfen höhlt hier den Stein.

Dipl. Des. Chris Herrmann
Redakteur
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