In der Gründer- wie in der Erweiterungsphase haben Sie diese Fördermittelmöglichkeiten!
Die Kenntnis des aktuellen Förderinstrumentariums von Bund und Ländern ist für Existenzgründer ebenso wichtig wie für Unternehmer in der Wachstumsphase. Zumeist können Fördermittel steuerfrei oder zumindestens steuerbegünstigt vereinnahmt werden. Im Rahmen unserer Gründeroffensive flankieren wir Ihre Planungen daher gern mit dieser Liquiditätsspritze – doch lesen Sie auch weiter, wenn Sie schon länger im Geschäft sind.

Unsere Gründeroffensive: In der Gründer- wie in der Erweiterungsphase haben Sie diese Fördermittelmöglichkeiten!
Alle tun es – tun Sie es auch
Nach einem aktuellen Bericht der Bundesregierung über die Entwicklung der Finanzhilfen und der Steuervergünstigungen des Bundes bleibt die gewerbliche Wirtschaft unverändert der bedeutendste Subventionsempfänger.
Die Subventionen für die gewerbliche Wirtschaft steigen auf insgesamt 12 Mrd. € mit einem Anteil von knapp 56 % an allen Finanzhilfen und Steuervergünstigungen des Bundes.
3,5 Mrd. € vom Bund in 2008 – stehen Sie nicht zurück …
Für das Jahr 2008 sind vom Bund Finanzhilfen bzw. öffentliche Fördermittel in Form von Investitions- und Zinszuschüssen in Höhe von rund 3,5 Mrd. € für die gewerbliche Wirtschaft vorgesehen. Dazu zählen auch Förderungen von sogenannten Sonderbereichen, also z. B. rationelle Energieverwendung und erneuerbare Energien, Technologie- und Innovationsförderung sowie regionale Strukturmaßnahmen. Interessant für Sie: Zu den größten budgetierten Finanzhilfen des Bundes in Form von Einzelmaßnahmen gehören dabei Zinszuschüsse zur Förderung selbstständiger Existenzen, die Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen sowie erneuerbare Energien.
… und fassen Sie auch in den Topf von 4 Mrd. € aus ERPMitteln
Ergänzt werden die Finanzhilfen des Bundes durch das ERP-Sondervermögen. Der ERPWirtschaftsplan 2008 umfasst ein Fördervolumen von 4 Mrd. €, aus dem mittelständische Unternehmen mit langfristigen und zinsgünstigen Finanzierungsmitteln versorgt werden. In den 4 Mrd. € sind ca. 2,1 Mrd. € Produkte der von der KfW Mittelstands- und Förderbank ausgereichten Programme „ERP-Kapital für Gründung“, „ERP-Kapital für Wachstum“ und „ERP-Innovationsprogramm“ vorgesehen – da muss doch wohl etwas für Sie dabei sein!
Zinsen besser – aber heute auch am Risiko orientiert
Auch der Zinssatz in öffentlichen Förderprogrammen von Bund und Ländern ist zunehmend risikoadjustiert – aber immer noch besser als bei herkömmlichen Krediten, falls man diese denn überhaupt erlangt. So erfolgt z. B. in den KfW-Programmen aus der Kombination von 6 Bonitäts- und 4 Besicherungsklassen eine Zuordnung zu den 7 Zinssatzklassen A bis G (z. B. Unternehmerkredit, ERP-Regionalförderprogramm, Kapital für Arbeit und Investitionen, ERP-Innovationsprogramm). Die Ratingklassifizierung und die nachfolgende Zuordnung eines Zinssatzes nimmt die Hausbank mithilfe des von ihr verwendeten sog. internen Ratingsystems vor. Die KfW Mittelstandsbank behält sich ausdrücklich vor, das interne Ratingergebnis der Hausbank einer erneuten Überprüfung zu unterziehen. Man ahnt schon die Mehrarbeit, die hier auf Mandant und Berater zukommt (z. B. in Form eines professionell aufgebauten Geschäfts- und Finanzplans).
So führen Sie das Gespräch mit Ihrer Hausbank
Als erster Schritt in einem Fördermittel-Monitoring mit Ihrer Hausbank empfiehlt sich die tendenzielle Auswahl einer geeigneten Finanzierungsform, die sich je nach ökonomischen und rechtlichen Präferenzen des Mandanten grundlegend voneinander unterscheiden. Ohne auf die Details der unterschiedlichen Finanzierungsinstrumente näher einzugehen, steht doch außer Frage, dass sich kleine und mittlere Unternehmungen verstärkt der Eigenfinanzierungsvariante im Mix mit der sog. Mezzanine- Finanzierung zuwenden sollten.
Berliner Steuerlabor: So war es gedacht
Mezzanine bedeutet Zwischengeschoss und kommt aus der italienischen Häuslebauergilde. Bei Finanzierungen ist damit Kapital gemeint, das irgendwo zwischen Eigen- und Fremdkapital (Kredit) anzusiedeln ist. Mezzanine-Kapital wird auch steuerlich oft positiver behandelt. Ein Beispiel wären (ggf. atypisch) stille Beteiligungen des Geldgebers – statt eines klassischen Kredits.
Checkliste Öffentliche Fördermittel
| Wenig bekannt und daher häufig „verschenkt“: Fördermittel stehen für folgende Investionen bzw. Investitionsarten zur Verfügung: | OK |
|---|---|
| Existenzgründung | |
| Existenzfestigung | |
| Wachstum | |
| Sicherung | |
| Auslandsexpansion | |
| Innovation | |
| Technologieerneuerung | |
| Umweltschutz | |
| Anlaufkosten | |
| Markterschließungskosten | |
| tätige Beteiligungen | |
| Grunderwerb | |
| Bauleistungen | |
| Anlagevermögen (z. B. Maschinen) | |
| Fuhrpark | |
| Betriebs- und Geschäftsausstattungen | |
| Warenlager | |
| Übernahmekaufpreise | |
| Aus- und Weiterbildung |
Fazit: Falls Sie gerade eines der obigen Themen abhaken konnten, sollten Sie unbedingt die Inanspruchnahme von öffentlichen Fördermitteln in Betracht ziehen!
So könnten Ihre Fördermittel aussehen
Mittlerweile sind in allen 3 wichtigen Finanzierungsformen öffentliche Fördermittel präsent: in der Eigenfinanzierung mit Private Equity Mitteln, in der Mezzanine-Finanzierung mit Nachrangdarlehen und Genussrechtskapital und in der Fremdfinanzierung mit zinssubventionierten Förderdarlehen. Die Investitionsbanken der Bundesländer bieten weitere Alternativen an. So offeriert z. B. die Investitions- und Strukturbank Rheinland- Pfalz (ISB) ein Mitarbeiterbeteiligungs- Programm. Zur Einordnung der öffentlichen Fördermittel in die betriebswirtschaftliche Finanzierungssystematik.
Mezzanine – denken Sie laut darüber nach – mit Ihrem Bankberater
Mezzanines Kapital definiert sich zwischen den beiden Ausprägungen des reinen Eigenkapitals und des reinen Fremdkapitals. Die bekannten Varianten der nachrangigen Darlehen, stille typische oder atypische Beteiligungen, Genussrechte oder Wandelanleihen gehören zu den Mezzaninen-Finanzierungsformen.
Entscheidend für den Mezzanine-Kapitalgeber ist die weitgehende Gestaltungsfreiheit im Hinblick auf eine erfolgsabhängige Risikovergütung (Equity Kicker) sowie weitergehende Mitspracherechte und Ausstiegsklauseln. Die Einhaltung bestimmter Kennzahlen wird verbindlich vorgeschrieben (Financial Coventants).
Die KfW wählt in ihren 3 neuen Förderprogrammen „Unternehmerkapital für Gründung“, „Unternehmerkapital für Unternehmerkapital für Wachstum“ und „Unternehmerkapital für Arbeit und Investitionen“ die Mezzanine-Variante eines sogenannten ungesicherten Nachrangdarlehens mit vollständiger oder teilweiser Haftungsfreistellung der durchleitenden Hausbank.
Mezzanine – auch im Insolvenzfall eine Besonderheit
Die zweite Komponente der Nachrangigkeit bedeutet im Insolvenzfall, dass zuerst die Ansprüche aller vorrangigen Gläubiger bedient werden. Die Kombination mit der dritten Komponente, der – ausdrücklichen – Haftungsfreistellung der durchleitenden Hausbank, sorgt schließlich für ein eigenkapitalähnliches Finanzierungsinstrument. Da die Hausbank bei der Gesamtfinanzierung mit von der Partie ist, fördert dies – unter bestimmten anderen Voraussetzungen – die Bereitschaft für ein Engagement. Ein weiterer wichtiger Vorteil einer Mezzanine-Finanzierung: Die Eigenkapital-Position und die Stimmrechtsverhältnisse der bisherigen Gesellschafter bleiben im Prinzip unberührt. Die oft als Einschränkung der eigenen Verfügungsgewalt empfundenen Entscheidungsund Mitspracherechte seitens privater Beteiligungsgeber entfällt.
Den leidigen Businessplan selbst erstellen?
Die oben skizzierten veränderten Rahmenbedingungen in der Kreditwirtschaft führen dazu, dass die Entwicklung eines aussagefähigen und professionell gestalteten Geschäftsplans (Business Plan) selbst bei kleiner und mittlerer Größe des Unternehmens zum Pflichtprogramm zählt. Wenn Sie mit den Hinweisen, die Sie in „Google“ finden, nicht zurechtkommen, ist dringend Hilfe von fachlich qualifizierter Seite geboten. Mit statisch aufgebauten Rentabilitäts- und Investitionsplänen ist es zuweilen nicht mehr getan. Ein wesentlicher Bestandteil eines Geschäftsplans ist die Darstellung der zukünftigen Finanz- bzw. Cashflow-Entwicklung und eine dezidierte Entfaltung zukünftiger Branchen-, Länder-, Geschäfts- und Finanzrisiken. Das ist alles kein Hexenwerk – aber wenn Sie sich nicht sicher sind, holen Sie sich Hilfe. Es lohnt sich. Die klassische Bilanzanalyse von Vergangenheitsdaten aus dem Rechnungswesen spielt hier ebenfalls nur noch eine marginale Rolle – wenn es denn überhaupt eine Vergangenheit gibt, denn Gründer haben keine.
Der komplexe Aufbau eines betriebswirtschaftlich orientierten Finanzplans unter Berücksichtigung der aktuellen Investitions- und Wachstumspläne sowie des gewählten Finanzierungs-Mix unter Einschluss öffentlicher Fördermittel – und dazu noch am besten sauber getrennt nach Plan-Bilanz, Plan-GuV und Plan-Liquidität – stellt einige Anforderungen an Sie oder Ihren Berater. Nur allzu schnell versagen hier selbst gebastelte Excel-Tools – von inkonsistenten Ergebnissen ganz abgesehen.
Checkliste: Das beachten Sie bitte von vornherein für die Erlangung öffentlicher Fördermittel
Wichtigste Grundregel: Setzen Sie nichts in Gang, bevor nicht geklärt ist, ob auch öffentliche Fördermittel beansprucht werden können. Fördermittel müssen nämlich grundsätzlich vor der Verwirklichung eines Vorhabens beantragt sein.
| Es gilt das sogenannte Hausbankprinzip: Fördermittel können Sie nicht direkt bei den öffentlichen Förderer stellen, sondern nur über Ihre Hausbank beantragen. Da Ihre Hausbank daran nicht besonders viel verdient, könnte sie diesbezüglich etwas träge sein. Bestehen Sie darauf, sämtliche Fördermittel für Sie auszuloten! Macht Ihre Bank das nicht, wechseln Sie sie. Sie ist dann die falsche Bank für Sie. | |
| Oftmals werden Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern oder Steuerberater um fachliche Stellungnahmen gebeten. Setzen Sie sich also gleich nach dem Gespräch mit Ihrer Bank auch mit den zuständigen Kammern oder Ihrem Steuerberater in Verbindung. | |
| Regelmäßig sind Nachfinanzierungen, Restrukturierung oder Umschuldungen und Sanierungen von öffentlichen Fördermitteln ausgeschlossen. Daher sind Fördermittel rechtzeitig vor Beginn des Vorhabens (Gewerbeanmeldung, Erweiterungsvorhaben, Investitionsvorhaben etc.) zu beantragen. | |
| Vertragsabschlüsse (Kaufverträge, Mietverträge usw.) dürfen erst nach der Beantragung erfolgen. | |
| Besonderheit bei Existenzgründerfördermitteln: Sie werden nur für die Gründung einer selbständigen Existenz gewährt, die spätestens innerhalb von 3 Jahren als Vollerwerbsbetrieb ausgerichtet sein wird. Noch anders ERP: Da muss schon von Beginn an das Unternehmen als Haupterwerb geführt werden! | |
| Auch öffentliche Förderinstitute lieben ausreichende Eigenmittel und Sicherheiten. Wenn diese partout nicht zur Verfügung stehen, hilft die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit sogenannten Mezzanine-Finanzierungen – fragen Sie Ihre Bank ausdrücklich danach! | |
| Achten Sie auf eine ausreichende betriebswirtschaftliche Liquidität und Rentabilität des unternehmerischen Konzepts mit aussagefähigen Planungsunterlagen. Hierzu gehören zwingend Finanzpläne – und besonders Pläne mit Darstellung der Branchen-, Länder-, Geschäfts- und Finanzrisiken. Anleitungen für die Erstellung solcher Pläne finden Sie problemlos im Internet (z. B. über Google). Ob Sie damit zurechtkommen, ist die zweite Frage. Versuchen Sie es – aber verzweifeln Sie nicht! Die meisten holen sich hier Hilfe – und die wird auch teilweise wieder von Fördermitteln getragen! | |
| Nach Inanspruchnahme müssen die Fördermittel für den festgelegten Zweck auch verwendet werden. Es sind also von vornherein durch Sie entsprechenden Nachweise zu führen. Nicht zweckgebunden verwendete Mittel müssen zurückgezahlt werden. | |
| Beachten Sie: Rechtsansprüche auf eine Bewilligung von Fördermitteln bestehen grundsätzlich nicht. Schärfen Sie also Ihr Bewusstsein für das Wohlverhalten gegenüber Ihrer Hausbank (die Ihnen die Fördermittel vermittelt) mit dieser Checkliste – es lohnt sich. |
Fazit: Wenn Sie alle vorgenannten Punkte für sich bejahen konnten, machen Sie noch heute einen Termin mit Ihrem Kundenberater bei Ihrer Hausbank! Thema der Besprechung: Erlangung öffentlicher Fördermittel für Sie!
Herausgeber: Mathias Frenzel
Mathias Frenzel ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Steuerrecht in Potsdam-Babelsberg und in Berlin. Dort berät er Selbständige, Unternehmer und Finanzdienstleister in Steuer-, Rechts- und Kapitalanlagefragen. Auch die Mandantenbetreuung bei Steuerfahndung und in Steuerstrafverfahren gehört zu seinen Aufgaben. Erfahrungen hat er zuvor in einer Bank und einer der größten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften gesammelt.





