Unternehmensgefährdung durch falsches Outsourcing
Bei Kostensenkungen greift die Geschäftsleitung gerne auf Outscourcing zurück. Jetzt in Mitten der Krise scheint der Gedanke umso verlockender zu sein. Aber lohnt sich das Outsourcing wirklich? Eine Studie sagt da nämlich etwas anderes.

Outsourcing war schon immer ein beliebtes Mittel der Geschäftsleitung, doch zahlt es sich wirklich aus?
Versäumnisse bei General Motors (GM) – Toyota taktisch klüger
Outsourcing kann die Qualität der Produkte und die Marktposition von Unternehmen gefährden. Die Probleme der US-Autokonzerne sind beispielsweise nicht nur darauf zurückzuführen, dass sie die falschen Fahrzeuge bauen.
Sie haben ihre Wettbewerbsposition auch durch eine harte Outsourcing-Strategie verschlechtert. Unternehmen wie Toyota und Nissan haben hingegen gute Beziehungen zu ihren Lieferanten. Das zeigt eine Studie im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung.
Danach sind partnerschaftliche Beziehungen zu Lieferanten, Mitarbeitern und Kunden entscheidend für das Unternehmen. Deutsche Hersteller hätten sich in den letzten Jahren bemüht, ihre Lieferantenbeziehungen nach dem Vorbild Toyota zu verbessern, so die Studie.
Nun in der Krise bestehe jedoch die Gefahr, dass der partnerschaftliche Ansatz wieder unter die Räder kommt.
Warum gute Partner Wettbewerbsvorteile bringen
Die Studie zeigt, dass der von GM ausgelagerte größte Zuliefererbetrieb ständig in Konflikt mit der Konzernmutter stand. Investitionen in technische Innovationen und Motivation der Beschäftigten, um die Produktivität zu steigern, waren daher nur selten dort anzutreffen.
So sank die Qualität der Fahrzeuge, Milliardenverluste häuften sich an. Das Outsourcing basierte auf reinem Einsparungsdenken und verhinderte den Ausbau von Wettbewerbsvorteilen.
Ganz anders bei Toyota: Hier kommen die meisten Teile von konzerninternen Zulieferern oder von Firmen, die sich Toyota zugehörig fühlen. Die Geschäftsbeziehung wird gepflegt.
Das führt zu einem besseren Arbeitsergebnis, hoher Qualität und einer gesteigerten Produktivität, die sich betriebswirtschaftlich messbar rechnen.
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TIPP
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Bei Outsourcing gibt es kein Mitbestimmungsrecht. Dennoch sollten Sie darauf hinweisen, dass Outsourcing häufig nur vermeintlich Kosten spart, insgesamt aber größere Probleme verursacht.
Dasselbe gilt für Standortverlagerungen: So haben nicht wenige deutsche Betriebe ihre Produktion aus China wieder zurück nach Hause geholt. Die Qualität war zu schlecht geworden. Das jedoch kostet doppelt – und der entstandene Imageschaden ist nur schwer zu beheben.
Silke Rohde
Rechtsanwältin & Journalistin, M.A., Chefredakteurin BetriebsRAT kompakt
Josef Mieslinger
Betriebsratsvorsitzender, Fachbeirat BetriebsRAT kompakt




