Einleitung: Fixkostenmanagement
Anhand der Beiträge zu den verschiedenen Arten betriebswirtschaftlicher Kennziffern haben Sie Möglichkeiten kennen gelernt, Ihr Unternehmen anhand dieser Kennzahlen zu steuern. Kennzahlen sind allerdings „nur“ eine Zustandsbeschreibung, nicht aber eine Einflussnahme im Sinne einer Veränderung. Eine Kennzahl zeigt Ihnen an, ob Sie in bestimmten Bereichen gut oder weniger gut dastehen.

Fixkostenmanagement zur Reduzierung der Kosten
Spätestens, wenn Sie sich kritischer Grenzen annähern, müssen Sie jedoch aktiv in Ihre Prozesse eingreifen, um bessere Kennzahlenwerte zu erzielen. Eine, gerade in diesen Zeiten der wirtschaftlichen Krise, gute Möglichkeit ist ein aktives Fixkostenmanagement.
Fixkosten entstehen im Gegensatz zu variablen Kosten unabhängig von der Kapazitätsauslastung. Die Fixkosten eines Automobilzulieferers verringern sich nicht, wenn ein großer Kunde wegbricht! Denn dann entstehen fixe Kosten für Personal, Maschinen etc. für eine geplante höhere Kapazitätsauslastung.
Variable Kosten wie Materialkosten können bedarfsorientiert zurückgefahren werden, Fixkosten - etwa Miete - aber nicht. Viele Kennzahlenwerte, die z.B. auch wichtig sind für ein Bankenrating zur Vergabe von Krediten, verschlechtern sich in der Folge. Das folgende vereinfachte Beispiel zeigt auf, wie sich die Umsatzrendite eines Zulieferers bei Wegfall eines Großkunden verschlechtert:
Das Beispiel zeigt, dass dem Unternehmen im Zuge der Wirtschaftskrise der Hauptkunde A wegen Insolvenz komplett weggebrochen ist. Die reinrassig variablen Kosten (Material, Subunternehmer) reduzieren sich entsprechend. Bei den übrigen Kostenarten ergeben sich aber nur geringe Veränderungen.
Einsparung von Personalkosten
Im Bereich der Personalkosten kann eingespart werden etwa durch den Verzicht auf Leiharbeiter oder Kurzarbeit. Auch bei anderen Kostenarten –etwa Reisekosten, Kfz-Kosten, Transportkosten u.ä.- sind gewisse Reduzierungen möglich. Hierbei handel es sich um Kostenarten, die sich aus einem variablen, also veränderbaren und einem fixen Anteil zusammen setzen.
Reduzierung der Fixkosten durch Fixkostenmanagement
Im Ergebnis hat das Unternehmen einen markanten Einbruch erlitten, was schon die einfache Kennzahl Umsatzrendite deutlich zum Ausdruck bringt. Da aber auf der Umsatzseite in solchen Zeiten kaum Steigerungen möglich sind, muss sich ein Manager verstärkt den Kosten widmen, die er ansonsten gerne meidet, den Fixkosten. Wenn es gelingt, diese durch ein entsprechendes Fixkostenmanagement nachhaltig zu reduzieren, lassen sich Umsatzrückgänge oder gar –einbrüche bis zu einem gewissen Grad verkraften.
In den folgenden Beiträgen erfahren Sie zunächst, welche Arten von Fixkosten unterschieden werden können. Darauf basierend wird dargestellt, wie ein Fixkostenmanagement aufgebaut sein könnte.
Burkhard Rüth





