Was bedeuten Qualität, Kosten, Zeit und Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen?
Wir alle kennen die Aussage: „Qualität hat halt ihren Preis“. Aber ist die Sache wirklich so einfach? Bei genauerer Betrachtung nicht. Nicht nur diese zwei Faktoren bedingen sich, sondern Qualität, Kosten, Zeit und Mitarbeiter stehen in einer wechselseitigen Vierecksbeziehung zueinander. Jeder Punkt ist für ein lebendiges Qualitätsmanagement wichtig. Unter dem Faktor „Mitarbeiter“ werden die Motivation der Projektbeteiligten und die personellen Ressourcen verstanden. Wie Sie den Qualitäts-Anspruch jedes Mitarbeiters an seine eigenen Aufgaben fördern können, lesen Sie heute hier.

Qualität, Kosten, Zeit und Mitarbeiter stehen in einer wechselseitigen Vierecksbeziehung zueinander
Qualität - was ist das?
In der industriellen Produktion zu Beginn des letzten Jahrhunderts hieß Qualitätskontrolle vornehmlich Warenkontrolle.
In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts etablierte sich statt einer bloßen Warenkontrolle eine „Quality Assurance“. Seit den 1990er Jahren entwickelte man das Konzept des Total Quality Management.
In den fünfziger Jahren fand das unternehmensinterne Vorschlagswesen verstärkt Verbreitung, vor allem in Japan. Kaizen-Programme wurden sehr erfolgreich in japanischen Unternehmen wie Toshiba oder Toyota eingeführt.
Im Unterschied zum Westen, besprachen in japanischen Unternehmen Gruppen von Mitarbeitern gemeinsam, wie Qualität und Produktivität gesteigert werden können.
So wurden japanische Unternehmen zu Vorbildern des Qualitätsmanagements, während amerikanische und europäische Unternehmen weiter an Qualitätsdefiziten litten.
Qualität - was fehlte?
Die Qualitätsprobleme ergaben sich weniger in der Herstellung von Produkten. Vielmehr lag es an Problemen in der Organisation sowie am mangelnden Qualitätsbewusstsein der Mitarbeiter. Daher sollte in der Folgezeit neben optimierten Prozessen das Qualitäts-Bewusstsein der Mitarbeiter gefördert werden. Das Total Quality Management war geboren.
Doch bis heute krankt das TQM vielerorts an Formalismus und Bürokratismus.
Fördern Sie die Identifikation jedes Mitarbeiters mit dem Unternehmen, denn das Unternehmen ist die Summe der einzelnen Mitarbeiter. Das Engagement des Einzelnen bestimmt die Qualität und den Erfolg jeden Unternehmens.
Darum Spitzenqualität entsteht nur da, wo jeder Einzelne einen hohen Qualitätsstandard anstrebt.
Strategisches Qualitätsmanagement muss daher an das individuelle Qualitätsbewusstsein appellieren und ihm Spielraum geben.
Masaaki Irnai, Qualitäts-Experte in Japan, attestierte westlichen Unternehmen eine Reihe von Qualitätsbarrieren, von denen die schwerwiegendste sei, dass die Qualitätsverantwortung des Einzelnen zu weitgehend durch organisierte Qualitätssicherung ersetzt wurde. Individuelles Qualitätsbewusstsein müsse mehr durch das kulturelle Umfeld gewürdigt werden.
Jeder Einzelne kann die Qualität seiner Arbeit mit 8 entscheidenden Fragen überprüfen:
- Ist der Nutzen meiner Arbeit für andere genauso wichtig wie für mich selbst?
- Wäre ich ein Kunde, extern oder intern, wäre ich dann zufrieden mit meinem Einsatz, mit meiner Sorgfalt und meiner Kompetenz?
- Habe ich mein Arbeitsumfeld und meinen Arbeitsplatz so eingerichtet, dass ich optimale Bedingungen für meine Aufgaben habe?
- Bin ich gegenüber meinen Kollegen offen, konstruktiv und positiv eingestellt? Stelle ich eigene Interessen in den Hintergrund?
- Arbeitet mein Team an der Sache?
- Unterstütze ich hilfesuchende Kollegen jederzeit?
- Entwickle ich Ideen, wie mein Arbeitsumfeld noch besser und effizienter gestaltet werden könnte?
- Kenne ich meine Stärken und Schwächen?
Obwohl kein Qualitätsmanagement bewirken kann, dass der einzelne Mitarbeiter im Unternehmen sich diese Fragen ständig in aller Ehrlichkeit beantwortet, so zeigen diese Fragen doch den Weg in die richtige Richtung. Probieren Sie es in Ihrem Unternehmen einfach aus.
Stefanie Gertz, Qualitätsmanagerin, QM-Aubsilderin, Dipl. Inf. (FH), Dipl. Kauffrau (FH)




