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18.06.2009
Motivation

Gemeinsame Stärke statt Demotivation in der Krise

Wen wundert es, dass Mitarbeiter verunsichert sind, wenn jeden Tag in den Nachrichten ein Horrorszenario das nächste jagt. Vor allem die Auslagerung ganzer Produktionszweige ins Ausland in den letzten Jahren wirkte nicht vertrauensbildend auf die Mitarbeiter. Demotivation in der Belegschaft wird schnell zu einer Folge dieser Verunsicherung. Aber gerade in Krisenzeiten brauchen Unternehmen hoch motivierte Mitarbeiter, die gemeinsam an einem Strang ziehen, um die Krise zu meistern.

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Motivierte Mitarbeiter arbeiten effizienter und erfolgreicher

Die Gerüchteküche brodelt zuerst

Viel zu häufig haben Mitarbeiter in den letzten Jahren aus der Presse erfahren müssen, wie es um ihr Unternehmen und somit auch um ihre Arbeitsplätze steht.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurden aber bereits am Arbeitsplatz, in Kantinen und Raucherecken die wildesten Gerüchte und Vermutungen verbreitet.

Zurück am Arbeitsplatz belasten Emotionen wie Angst oder gar Wut die Arbeit.

Arbeitsleistung lässt spürbar nach

Mitarbeiter, deren Gedanken sich nur um die Zukunft und die finanzielle Absicherung drehen, sind zumeist nicht mehr in der Lage, ihre Arbeit anforderungsgerecht zu erledigen.

Ein Anstieg der Fehlerquote ist die Folge. Da sich Unternehmen aber gerade in Krisenzeiten nicht noch zusätzliche Qualitätsprobleme leisten können, muss hier rechtzeitig entgegengewirkt werden.

Verlust von guten Mitarbeitern droht

Eine weitere Gefahr drohender Krisen mit unklarer Situation im Unternehmen besteht darin, dass gute Mitarbeiter sich sehr schnell nach einem anderen Betätigungsfeld umschauen oder sogar bisweilen recht aggressiv von finanzkräftigen Konkurrenten abgeworben werden.

Gerade wenn Mitarbeiter soziale Verpflichtungen (Kinder, Familie, Zahlungsverpflichtungen etc.) haben, sehen sie häufig zur eigenen Absicherung keinen anderen Ausweg.

Nutzen Sie alle Kommunikationskanäle

Beginnen Sie daher mit dem häufigsten Kritikpunkt der Mitarbeiter: Bekämpfen Sie die mangelnde Information. Dazu bieten sich je nach Größe, Art und Lage des Unternehmens z. B. folgende Instrumente an:

  • Betriebsversammlung
  • Führungskräftemeetings 
  • Mitarbeiterbesprechungen auf Abteilungsebene 
  • zentrales Schwarzes Brett
  • Infomail/-schreiben

Etablieren Sie diese Instrumente für eine bedarfsgerechte Information der Mitarbeiter – nicht nur in Krisenzeiten.

Richtiges Maß ist entscheidend

Welche Informationen Sie Ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen, ist sicherlich eine höchst individuelle Entscheidung des Unternehmens. Hier spielt eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle, wie etwa:

  • Tatsächliche Situation – Gibt es überhaupt noch Handlungsmöglichkeiten?
  • Kenntnisstand der Belegschaft – Wie gut sind die Mitarbeiter schon aus den Medien informiert? 
  • Krisenerfahrung – Haben Ihre Mitarbeiter bereits Krisen durchlebt und können daher die Situation einschätzen? 
  • Vertrauen – Wie stark vertrauen die Mitarbeiter ihrer Führungsriege? Stellt die Führungsebene die persönlichen Interessen hinter die des Unternehmens? 

Es versteht sich von selbst, dass ein Unternehmen sich durch seine Informationspolitik nicht selbst schaden darf, indem es sich z. B. Handlungsalternativen durch vorzeitige Bekanntmachung verbaut. Dennoch kann die derzeitige Situation der Firma dargestellt werden. Beruhigen Sie Ihre Mitarbeiter, sofern „der Zug nicht schon abgefahren“ ist.

Auf die Inhalte kommt es an

Im nachfolgenden Praxistool finden Sie einige Themenvorschläge für die Informationsveranstaltung.

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Innere Motivation wirkt auch in der Krise

Da in Krisenzeiten eine Motivation nicht kurzfristig durch zusätzliche Leistungen wie beispielsweise Prämien angestoßen werden kann, sind Unternehmen gerade jetzt auf die intrinsische Motivation der Mitarbeiter angewiesen.

Diese wirkt von innen heraus und vor allem langfristig. Auf diese Art motivierte Mitarbeiter sehen einen Sinn in ihrer Aufgabe, kommen in der Regel gerne zur Arbeit und stehen hinter dem Unternehmen.

Motivation ist Führungsaufgabe

Im Gegenzug verhalten sich Vorgesetzte kooperativ und beziehen die Mitarbeiter in wichtige Entscheidungen mit ein. Sie fördern, fordern und loben gute Leistungen, sodass sich die Mitarbeiter in ihrer Arbeit anerkannt fühlen.

Krisen kommunizieren sie rechtzeitig und klären die Mitarbeiter über mögliche Folgen auf. Sie nutzen Anregungen der Mitarbeiter zur Verbesserung der Situation.

Nur wenn sich Führungskräfte vorbildlich verhalten, können sie ihre Mitarbeiter dazu bewegen, an einem Strang zu ziehen und gegebenenfalls auch Einschnitte hinzunehmen – ohne dass die Arbeit darunter leidet!

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Die längerfristige Perspektive zählt

Konnten Sie bisher keine intrinsische Motivation bei Ihren Mitarbeitern hervorrufen, sollten Sie sich spätestens jetzt mit diesem Thema auseinandersetzen. Auch wenn Sie kurzfristig nicht die volle Wirkung entfalten können – die nächste Krise kommt bestimmt!

Und dann sind Sie besser aufgestellt. Im Praxistool links sehen Sie einige Empfehlungen zum „Umgang mit Mitarbeitern in Krisensituationen“ für die Führungsriege. Nutzen Sie diese Anregungen, um ihre Mitarbeiter auch in Krisenzeiten zu motivieren.

Nutzen Sie Multiplikatoren

Finden Sie heraus, welche Mitarbeiter sich auch in der Krise Ihrem Unternehmen gegenüber sehr loyal verhalten und überdurchschnittlich engagieren. Versuchen Sie diese Mitarbeiter gezielt als Multiplikatoren einzusetzen.

Eine wichtige Voraussetzung ist hier zunächst die vollständige Information dieser Mitarbeiter, damit sie selbst gegenüber Kollegen Rede und Antwort stehen können.

Diese Mitarbeiter eignen sich z. B. als Leiter von Projektteams oder Arbeitsgruppen. Auch ist die Mitwirkung in einem Qualitätszirkel, mit dem Ziel Verbesserungspotenziale aufzudecken, eine geeignete Option.

Wirkung in der Gruppe

Multiplikatoren können innerhalb einer Gruppe folgendes bewirken:

  • Allgemeine Informationsvermittlung, insbesondere für Mitarbeiter, die sich nicht trauen, ihren Chef direkt darauf anzusprechen,
  • Vorbehalte von Mitarbeitern entkräften, 
  • positive Stimmung innerhalb der Gruppen und Teams erzeugen sowie 
  • auf Wunsch der Arbeitnehmer als Vermittler zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten agieren.

Voraussetzung für die optimale Wirkung ist der wohldosierte Einsatz der Multiplikatoren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass diese Mitarbeiter als „Spitzel der Geschäftsleitung“ betrachtet werden.

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