Risiken im Einkauf durch Risikomanagement vermeiden
Die Risikofaktoren im Einkauf beschränken sich schon lange nicht mehr nur auf einen Bereich, sondern umfassen alle Abteilungen im Unternehmen. So ist es um so wichtiger, dass mögliche Schäden und Panne bereits im Vorfeld erkannt und behoben werden.

Schon im Voraus wissen, welche Risiken sich mit in Ihre Einkaufstüte geschlichen haben ...
Der Einkauf in Unternehmen ist immer stärker mit internen und externen Risikofaktoren verbunden. Nicht nur, dass Sie heute den wirtschaftlichen Erfolg absichern müssen, sondern in vielen Fällen müssen Sie sogar die Existenz des Unternehmens bewahren.
Durch den sich weltweit verschärfenden Wettbewerb, die sich ändernden Rahmenbedingungen und immer volatileren Märkte wächst die Verantwortung im Einkauf zusehends.
Beispiele für Risiken im Einkauf gibt es mehr als genug
Allein die Verlagerung von Entwicklungsverantwortung auf die Lieferanten zeigt Ihnen, wie wichtig es ist, dass Sie Risikoaspekte bereits bei der Lieferantenauswahl berücksichtigen sollten. Die Nutzung internationaler Beschaffungsmärkte bringt Ihnen sicherlich Kostenvorteile, aber die Risiken, denen Sie bei Global Sourcing ausgesetzt sind, erhöhen sich dadurch sehr stark (z. B. Währungsrisiken, Lieferrisiken, Qualitätsrisiken, Insolvenzrisiken etc.).
Denken Sie einmal an Versorgungsengpässe, die Sie hätten verhindern können – beispielsweise an unzuverlässige Lieferanten, die nicht als solche erkannt wurden, weil sich keiner darum gekümmert hat oder an Reklamationen von Kunden, die durch zu billiges Material verursacht wurden. Mit einem Risikomanagementsystem werden solche Punkte aufgezeigt und verhindert.
Definieren Sie Ihre Risiken „breiter“
Das Problem vieler Unternehmen ist, dass Risiken im Einkauf nur in der Versorgung betrachtet werden. Dieser Ansatz darf für Sie nicht ausreichend sein!
Da Versorgungsrisiken meistens materialgruppenorientiert betrachtet werden und z. B. lieferantenbezogene Risiken nur unzureichend bewertet werden, fehlen Ihnen wesentliche Aspekte. Risiken im Einkauf sollten Sie wie die möglichen Auswirkungen „breiter“ definieren.
Beispielsweise nach:
- Preis- und Kostenrisiken
- Qualitäts- und Technologierisiken
- Lieferzeitrisiken
- Markt- und Lieferantenperspektive
- Prozess- und Produktrisiken
Was verbirgt sich hinter Risikomanagement
Die Installation eines Systems setzt eine gewisse Unternehmenskultur voraus. Sie müssen mögliche Risiken ansprechen können. Sie tragen Sorge dafür, dass durch Notfallpläne, Alternativen und Sicherheitsvorkehrungen größerer Schaden vom Unternehmen abgewendet wird.
Markus Lemme
Herausgeber und Chefredakteur „Der EK-Profi aktuell“



