Setzen Sie die Unternehmens-Strategie in Ihrer Einkaufspraxis sicher um
In den meisten Seminaren wird die Frage gestellt: „Was ist Ihre Unternehmens- und Einkaufs-Strategie?“ In der Vielzahl der Fälle erhält man keine oder nur wachsweiche Rückmeldungen. Etwa „möglichst Qualität zum günstigen Preis“. Wie würden Sie mit solcheiner ungenauen Strategieformulierung im Zweifel klarkommen? Wahrscheinlich mehr schlecht als recht. Wie steht es um Ihre Strategie? Testen Sie es!

So setzen Sie die Unternehmens-Strategie in Ihrer Einkaufspraxis sicher um!
Checkliste: Ist Ihr Einkauf strategisch fit?
| Ja | Nein | |
|---|---|---|
| Wird in Ihrem Unternehmen eine übergreifende Unternehmens-Strategie kommuniziert? | ||
| Ist diese Unternehmens-Strategie für jedermann ersichtlich ausgehängt? | ||
| Ist diese Unternehmens-Strategie mitarbeiterverständlich formuliert? | ||
| Gibt es auf Basis der Unternehmens-Strategie eine Einkaufs-Strategie? |
Die weiteren Fragen nur beantworten, wenn die vorherige bejaht wurde:
| Ja | Nein | |
|---|---|---|
| Ist diese Einkaufs-Strategie für alle Mitarbeiter der Abteilung ersichtlich ausgehängt oder anders zugänglich? | ||
| Sind die Aussagen der Einkaufs-Strategie für die Einkäufer leicht in das Tagesgeschäft zu übertragen? | ||
| Sind ergänzend zur Einkaufs-Strategie Beispiele aus der lebendigen Praxis aufgeführt? | ||
| Nehmen wir an, ein Mitarbeiter kommt zum Einkaufsleiter und fragt nach einer Entscheidung in Bezug auf ein Problem im Tagesgeschäft. Werden dann die Aussagen der Einkaufs-Strategie als Grundlage für eine Lösung betont? | ||
| Wird die Einkaufs-Strategie von den Mitarbeitern im Einkauf zur Entscheidungsfindung tatsächlich eingesetzt? | ||
| Entsprechen die Aussagen der Einkaufs-Strategie den Anforderungen im Tagesgeschäft? | ||
| Werden Abweichungen von der Einkaufs-Strategie als Sonderfall abgegrenzt und für die Einkäufer verständlich begründet? |
Fazit: Jede mit „Nein“ beantwortete Frage zeigt Schwachstellen Ihrer jetzigen Strategie-Kommunikation auf. Dies führt in der Regel dazu, dass die Mitarbeiter im Einkauf sich nicht auf den vorgegebenen roten Faden verlassen können.
Praxisbeispiel
Eine Mitarbeiterin des Einkaufs wird damit beauftragt, Toilettensitze zu beschaffen. Sie geht davon aus, dass es vor allem auf den günstigen Preis ankommt. Daher bestellt sie einen sehr einfachen weißen Toilettensitzfür sämtliche Toiletten im Unternehmen. Die Krux: Wenige Tage danach bricht die Toilettenbrille unter einem Managementmitglied durch. Maßlos verärgert, macht er der Einkäuferin klar, dass sie nach der falschen Strategie einkauft. Es käme auf die Qualität an, nicht auf den Preis.
Verschreckt kauft die Einkäuferin in dennächsten Wochen vor allem nach Qualität und daher häufig teurer ein. Bis ihr direkter Vorgesetzter sie aufgrund der hohen Preise tadelt. Nun ist die Einkäuferin völlig verwirrt. Was gilt denn nun?
Versichern Sie sich besser vorher, welche Grundsätze bei bevorstehenden Entscheidungen zu befolgen sind.
In der Praxis stellt sich oft heraus, dass die historisch festgelegte Strategie schlichtweg an den Bedürfnissen des Einkaufs und Unternehmens vorbeigeht. Derartige Strategien schaden mehr als sie helfen. Prüfen Sie daher in regelmäßigen Abständen, ob die Aussagen der Einkaufs-Strategie noch zeitgemäß sind und vor allem vom Management unterstützt werden.
Ein Warnsignal für schlechte Strategien ist die häufige Abweichung von der vorgesehenen Linie. Werden Sie dann sofort aktiv. Setzen Sie in Zusammenarbeit mit Management und Mitarbeitern eine sinnstiftende Richtlinie fest, die allen Beteiligten Sicherheit im Umgang mit den Firmengeldern gibt.
Testen Sie Ihr Management
Allein schon mit diesen 3 Fragen decken Sie gegensätzliches Verständnis der Einkaufs- Strategie auf:
- Was sind die wichtigsten Unternehmens- Strategien in Bezug auf den Einkauf?
hochwertige Produkte... -
Runter gebrochen auf die Arbeit des Einkaufs: Nach welchen Grundsätzen sollte der Einkauf vorgehen?
erst die Qualität, dann der Preis... -
Ein Artikel kann bei 2 Lieferanten (A und B) beschafft werden. Der Artikel A hält doppelt so lange, kostet aber auch das Doppelte gegenüber Artikel B. Wie sollte der Einkäufer reagieren?
Artikel A zum doppelten Preis...
Markus Lemme
Herausgeber und Chefredakteur
„Der EK-Profi aktuell“




