Balanced Scorecard: Managementsystem zur Umsetzung von Strategien
Herkömmliche Kennzahlensysteme und -analysen eignen sich wenig, wenn Sie wissen wollen, wie sehr sich die Qualität in Ihrem Unternehmen verbessert hat. Denn hier lassen sich nur die rein monetären Ist-Werte darstellen. Es ist also wichtig, die Prozesskostenrechnungssysteme zu ergänzen, um die Zielerreichung bei weiteren strategischen Zielen messen zu können. Ein geeignetes Instrument dafür ist die Balanced Scorecard.

Nutzen Sie die Balanced Scorecard zum Messen, Bewerten und für Ihren KVP
Die Idee der Balanced Scorecard ist, damit ein Managementsystem zur Umsetzung von Strategien zu bieten, und nicht nur ein System zur Leistungsmessung oder ein neues Kennzahlensystem.
Deshalb bezieht die Balanced Scorecard neben den monetären Kennzahlen auch strategische Kennzahlen mit in die Bewertung ein und betrachtet und bewertet insgesamt vier Perspektiven:
1. Die Finanzperspektive
2. Die Prozessperspektive
3. Die Potentialperspektive
4. Die Kundenperspektive
So bekommt das Management ein Werkzeug an die Hand, das es ihm ermöglicht, die Leistung des Unternehmens in allen 4 Perspektiven zu messen und zu bewerten. Das ist aber nur der erste Schritt.
Für Sie als Qualitätsverantwortlicher ist der Balanced Scorecard-Ansatz vor allem deshalb interessant, weil er darauf abzielt, die Geschäftsprozesse möglichst effizient zu gestalten und im Sinne eines Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) zu optimieren.
Hierbei spielen insbesondere auch nichtmonetäre Faktoren eine Rolle, die sich beispielsweise in Kundenzufriedenheit, Durchlaufzeiten, einem funktionierenden Risikomanagement oder Umweltbewusstsein widerspiegeln. Sie beeinflussen sowohl das operative als auch das strategische Geschäft eines Unternehmens und sollten deshalb ebenfalls mess- und vor allem auswertbar sein.
So bauen Sie eine Balanced Scorecard im Qualitätsmanagement auf
Um eine Balanced Scorecard erfolgreich zu implementieren, müssen für jede der vier Perspektiven zunächst einmal Ziele festgesetzt und mit geeigneten Kennzahlen hinterlegt werden.
Geeignet heißt: Sie sind leicht zu ermitteln, genießen im Unternehmen einen gewissen Bekanntheitsgrad und können klar einem Verantwortlichen zugewiesen werden.
Die Ist-Kennzahl wird periodisch (meist für ein Jahr) ermittelt und auf der Scorecard vermerkt. Ihr gegenüber stehen die entsprechenden Soll-Kennzahlen und die Maßnahmen, mit der diese Werte erreicht werden sollen.
Bei den Soll-Kennzahlen muss darauf geachtet werden, dass diese von den verantwortlichen Mitarbeitern auch erreichbar sind. Am Ende jeder Periode sollten die Ergebnisse mit allen Beteiligten kritisch diskutiert werden. Die Maßnahmen und die Soll-Kennzahlen für die nächste Periode können dabei gegebenenfalls angepasst und erweitert werden.
Die generellen Ziele und die dazugehörigen Kennzahlen sollten über mehrere Perioden gleich bleiben, um eine kontinuierliche Verbesserung und die Zielerreichung zu gewährleisten.
Die Kommunikation der Balanced Scorecard erfolgt am besten im Intranet, wobei die Mitarbeiter zusätzlich per Mail oder in einem News-Bereich über Neuerungen informiert werden.
Datenbankgestützte Systeme erleichtern die jährliche Auswertung der Balanced Scorecard: So kann neben einem umfassenden Überblick für die Geschäftsführung auch eine Auswertung für jeden Mitarbeiter erstellt werden.
Zur besseren Visualisierung bieten sich sogenannte Cockpits an, die in Form von Ampeln oder Tachometern den Grad der Zielerreichung visualisieren.
Vorsicht
Laut Betriebsverfassungsgesetz unterliegt eine personifizierte Auswertung der Mitbestimmung und ist im Vorfeld vom Betriebsrat zu genehmigen.
Weiterhin muss darauf geachtet werden, dass individuelle Leistungserfassungskennzahlen aus Datenschutzgründen nicht von jedermann eingesehen werden können.
Ein großer Vorteil: Die Unternehmenskennzahlen werden für alle greifbar
Eine Balanced Scorecard kann im Gegensatz zu einer Bilanz oder BWA auf jeder Ebene, in jedem Bereich, in jeder Abteilung aufgebaut und angewandt werden.
Berichtet wird weiterhin an das Management, aber der eigene Einfluss auf das Betriebsergebnis wird für jeden sichtbar. Und genau davon lebt ja ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem:
Die einzelnen Mitarbeiter geben direkt aus den Prozessen heraus Feedback für Verbesserungen, unterstützen Sie damit ganz direkt und geben Ihnen so Argumente an die Hand, mit denen Sie bei der nächsten Veränderungen in diesen Abteilungen argumentieren können. Die Akzeptanz ist Ihnen sicher.
Ernst Schneider, Jurist und Wirtschaftsberater



