SWOT-Analyse im Einkauf
Es erfordert eine strategische Planung, wenn Sie als Verantwortlicher im Einkauf aktiv zum Unternehmensergebnis beitragen wollen. Nutzen Sie zur besseren Ausarbeitung Ihrer strategischen Ziele die SWOT-Analyse.

Entwickeln Sie die passenden Strategien für Ihren Einkauf – arbeiten Sie mit der SWOT-Analyse
Strategien für den Einkauf gibt es in der Zwischenzeit wie Sand am Meer. Die Schwierigkeit vieler Einkaufsverantwortlichen ist nicht die Suche nach einer neuen Strategie, sondern die Entscheidung für die „Richtige“.
Beispiel
Karl P. arbeitet als Einkaufsleiter bei einem Aluminiumverarbeiter. Er hat sich von seinem Geschäftsführer dazu drängen lassen, nach bestimmten (sehr populären) Strategien den Einkauf auszurichten. Karl P. musste aber feststellen, dass diese Strategien ganz und gar nicht zu den Anforderungen an den Einkauf passen. Beispielsweise wurde gefordert, mehr „global“ einzukaufen, und das obwohl der Verkauf in immer kleineren Losgrößen mit immer kürzeren Lieferzeiten an die eigenen Kunden verkauft.
Ohne Unternehmensziele keine sinnvollen Einkaufsstrategien
Versuchen Sie bei der Erarbeitung Ihrer Strategie gemeinsam mit den Beteiligten zu klären, welche Anforderungen an den Einkauf langfristig gestellt werden. Was ist die Zielsetzung des Unternehmens und welche Rahmenbedingungen sind am Markt vorzufinden.
Tipp
Klären Sie mit Ihren Mitarbeitern, wie Sie als Einkauf wahrgenommen werden wollen. Welches Bild sollen das Management, die Lieferanten, andere Fachbereiche oder sogar der Wettbewerber vom Einkauf haben?
Zuerst die Situation verstehen und dann Strategien definieren
Die richtig Auswahl einer Strategie setzt neben guten Werkzeugen vor allem ein sehr klares Verständnis über die eigene Situation im Markt und im Unternehmen voraus. Damit Sie sich ein möglichst genaues Bild Ihrer eigenen Situation als Einkauf machen können, ist es notwendig, verschiedene Blickwinkel einzunehmen.
Setzen Sie die SWOT-Analyse ein
Mit der SWOT–Analyse setzen Sie ein Instrument ein, mit dem Sie sowohl Ihre eigene Situation analysieren als auch die passende Strategie definieren können. Sie betrachten die „Stärken und Schwächen Ihres Einkaufs“ sowie die „Chancen und Risiken des Beschaffungsmarktes“ .
Ihre Stärken und Schwächen können Sie durch Aktionen im eigenen Umfeld verändern. Bei den Chancen und Risiken sind Sie von externen Faktoren abhängig. Diese können Sie nur gemeinsam mit Lieferanten, Kunden oder Kooperationspartnern beeinflussen.
Gute Fragen zeigen den Weg zur Strategie
Hinterfragen Sie jedes der 4 Analyse-Elemente:
- Stärken
Welche Stärken sehen Sie im eigenen Einkauf im Hinblick auf die zu beschaffenden Güter? -
Schwächen
Welche Schwächen erkennen Sie im eigenen Einkauf im Hinblick auf die zu beschaffenden Güter? -
Chancen
Welchen externen Gelegenheiten bieten sich Ihnen mit Ihrem Einkauf in Bezug auf die zu beschaffenden Güter? -
Risiken
Welche externen Bedrohungen können Sie im Hinblick auf die zu beschaffenden Güter erkennen?
Wenn Sie sich ausführlich mit Ihren Stärken und Schwächen sowie den Chancen und Risiken des Einkaufs beschäftigen, schaffen Sie eine hervorragende Basis für die Ableitung von Strategien für den Einkauf.
SO – Strategien: Durch Ihre Stärke im Einkauf können Sie die Chancen, die sich Ihnen bieten, gezielt nutzen, z. B. durch Kostenreduzierungsprojekte, Lieferantenwertanalyse oder gezielte Preismitnahmen
ST – Strategien: Durch Ihre Stärke im Einkauf können die Risiken, die Sie im Einkauf erkannt haben, entschärft werden.
WO – Strategien: Indem Sie gezielt an Ihren Schwächen arbeiten, sollen Chancen auf dem Beschaffungsmarkt genutzt werden.
WT – Strategien: Indem Sie geplant den Abbau von Schwächen vorantreiben, können Sie Ihre Risiken erheblich reduzieren.
Markus Lemme
Herausgeber und Chefredakteur
„Der EK-Profi aktuell“




