Marktanalyse: verfolgen Sie Trends - rechtzeitig
Manchmal merken Händler erst zu spät, dass sich die Bedürfnisse ihrer Kunden geändert haben. Dabei ist es gar nicht schwierig, neue Trends rechtzeitig zu erkennen – einfache Beobachtung genügt.

Trendbeobachtung: Halten Sie die Nase in den Wind
„Renner“ und „Penner“ ausmachen
Auch wenn Sie kein ausgebautes Warenwirtschaftssystem haben, können Sie mit wenig Mühe feststellen, was „geht“ und was „nicht geht“. Führen Sie ein kleines Umsatztagebuch und notieren Sie Ihre Eindrücke – weniger als eine Minute pro Tag genügt dafür. Tragen Sie zum Beispiel ein: „Bademode geht schlechter“ oder „Autoradios werden verstärkt nachgefragt“. Alle paar Wochen gehen Sie Ihre Aufzeichnungen durch und schauen, ob sich Tendenzen abzeichnen. Glauben Sie, Häufungen gefunden zu haben, prüfen Sie anhand der Verkaufszahlen genauer, ob Ihr erster Eindruck auch richtig war.
Kaufzeiten beachten
Im Laufe der Zeit erkennen Sie leicht, dass Ihre Kunden bestimmte Einkaufsgewohnheiten haben, aus denen für Sie Stoß- oder Leerzeiten resultieren. Seit die Öffnungszeiten freigegeben wurden, ist beispielsweise der Samstagvormittag ruhiger geworden. Wenn Sie viel Laufkundschaft haben, können sich auch veränderte Öffnungszeiten nahe gelegener Publikumsmagnete (Kinos, Freizeitbäder) darauf auswirken, wann mit welchem Kundenandrang zu rechnen ist. Behalten Sie deshalb die Kundenströme im Auge und passen Sie Ihre Öffnungszeiten und die Personalsituation sichtbaren Veränderungen an.
Kundengruppen identifzieren
Ein oft beobachtetes Phänomen ist, dass sich das Durchschnittsalter der Kunden im gleichen Maße erhöht wie das des Ladeninhabers. Es kann fatale Folgen für Ihre Umsätze haben, wenn es Ihnen nicht rechtzeitig gelingt, auch jüngere Käufer anzusprechen. Andererseits ist es möglicherweise sinnvoll, sich bewusst auf eine Generation zu spezialisieren, etwa die Senioren. Neben dem Alter sollten Sie Merkmale wie Aussehen, Geschlechterverteilung und Ähnliches beobachten. Stellen Sie Häufungen fest, zeigt sich hier vielleicht ein Trend, den Sie verstärken (also zum Beispiel mehr für weibliche Kunden anbieten) oder dem Sie entgegensteuern (verstärkt männliche Angebote präsentieren) können.
Konkurrenz beobachten
Vielleicht haben andere die Zeichen der Zeit früher erkannt? Besuchen Sie regelmäßig die Geschäfte Ihrer Wettbewerber und prüfen Sie, auf welche Trends diese setzen. Wenn sehr starke Mitbewerber einem bestimmten Kurs folgen, bieten sich Ihnen zwei Strategien: Sie „hängen sich dran“, denn große Geschäfte sind oft Trendsetter und beeinflussen auch das Einkaufsverhalten Ihrer Kunden. Oder Sie gehen bewusst den entgegengesetzten Weg und bedienen ein anderes Segment. Damit können Sie sich eindeutig positionieren und so eine Marktnische erobern.
Trendbeispiel: Bring-Dienst
Der immer stärkere Rückzug von Menschen in ihre Privatsphäre zeigt auch beim Konsum Wirkung: Statt ins Kino zu gehen, leiht man sich Video-Filme. Statt im Restaurant zu essen, lässt man sich die Pizza ins Haus liefern. Dieser Trend unterstützt alle Geschäfte, die Lieferservices anbieten.
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Franziska Brandt-Biesler




