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30.09.2010
Kommunikation

Was sagt ihr Körper?

— abgelegt unter: ,

Die Körpersprache hat mehr Macht über uns als wir glauben und Ihre Wirkung wird meist unterschätzt. Wir nehmen sie nur unbewusst war und setzen sie oft auch nur unbewusst ein.

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Wie wichtig ist Körpersprache im Beruf?

Die Körpersprache ist die „erste Sprache“, die wir sprechen bzw. lernen. Sobald dann die gesprochene Sprache im Kleinkindalter hinzukommt, verlernen wir die Körpersprache bewusst wahrzunehmen bzw. einzusetzen. Dies ist letztlich zu unserem Nachteil, denn es gibt viele Situationen, in denen uns das Beherrschen der Körpersprache sehr helfen könnte.

Beispiel

Sie haben sich sehr gewissenhaft auf ein Teammeeting vorbereitet. Sie müssen Ihren Mitarbeitern wichtige Organisationsveränderungen vorstellen und den Zeitplan für die Veränderungen, die in den nächsten Monaten anstehen, präsentieren. Sie haben eine überschaubare, gut gestaltete Anzahl Präsentationsfolien in die Runde mitgenommen.
Allerdings haben Sie hinterher das Gefühl, dass es nicht optimal gelaufen ist. Die Mitarbeiter haben Ihnen zwar aufmerksam zugehört, aber Sie haben Ihre Leute nicht wirklich angesprochen. Was war los? „Sie haben Ihre Folien mit verschränkten Armen und hochgezogenen Schultern präsentiert, haben sich nicht vom Fleck gerührt und Ihre Stimme klang monoton und Sie haben keinen Blickkontakt gesucht“ – so das Feedback Ihrer Assistentin auf Ihre Nachfrage.

Sie haben ganz klar das Thema Körpersprache unterschätzt! Ihre Rede war inhaltlich perfekt, aber die Signale, die Sie dazu ausgesandt haben, waren andere.

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Tipp

Sorgen Sie dafür, dass Ihre Körpersprache immer kongruent zu Ihrem gesprochenen Wort ist. Dann erst kann die Botschaft richtig ankommen. Beobachten Sie Ihre Zuhörer. Nehmen Sie auch deren Signale auf und reagieren Sie entsprechend darauf.

Nehmen Sie den Kreislauf der Körpersprache wahr

Es gibt eine Art Kreislauf, der uns hilft, Menschen und Situationen besser zu verstehen. Wichtig dabei ist, dass wir lernen, Körpersprache wahrzunehmen und zu interpretieren. Dann können Sie entsprechend reagieren und die Situation gegebenenfalls ändern und diese Veränderungen wiederum erkennen. Somit schließt sich der Kreis zwischen Aktion und Reaktion:

  • Wahrnehmen der Körpersignale
  • Verstehen der gesendeten Signale
  • Reagieren auf die Signale
  • Wahrnehmen der veränderten Signale

Wenn Sie diesen Kreislauf erkannt und verstanden haben, entsteht die Möglichkeit selbst aktiv zu handeln und Sie sind nicht der Macht der Körpersprache ausgeliefert.

Verwandlung von unbewusst zu bewusst

Dies bedeutet für Sie, dass Sie aktiv die Signale des Anderen wahrnehmen – und nicht unbewusst wie bisher. Wichtig dabei ist, dass wir die Körpersprache immer im Zusammenhang sehen.

Sehen Sie immer den ganzen Menschen

Schließen Sie nicht von einer einzigen Geste (z. B. verschränkte Arme) auf die ganze Person. Hat Ihr Gegenüber ein Lächeln im Gesicht und verschränkt dabei die Arme, dann hat dies natürlich eine andere Wirkung, als wenn er die Arme verschränkt und dabei mürrisch dreinblickt. Bedenken Sie immer, dass die körpersprachlichen Signale komplex sind. Setzten Sie immer alle Signale, die Sie beobachten, in Beziehung zueinander: Gesten, Körperhaltung und Dynamik ergeben das Ganze. Daraus setzt sich also – ähnlich wie bei der gesprochenen Sprache (Wort, Satz etc.) – auch die Körpersprache zusammen.

Wichtig: die individuelle Situation

Neben der Körpersprache spielt auch immer die Situation, in der etwas geschieht und wahrgenommen wird, eine wichtige Rolle (z. B. die Tageszeit oder findet eine Verhandlung in Ihrem Büro, einem Besprechungszimmer oder bei einem Essen im Restaurant statt). Alle Menschen agieren unterschiedlich in Abhängigkeit von den Voraussetzungen, Einflüssen und Zielen der Situation.

Jutta Gröschl
Dr. Jutta Gröschl ist Chefredakteurin der Monatspublikationen "Coaching" und "Sekretärinnen-SERVICE", die im WEKA-Tochterunternehmen GWI erscheinen.