> management-praxis.de > Organisation & Unternehmensführung > Informationstechnologie > IT-Learnings: Bugtracking als gelebtes Fehlerbewusstsein
Artikelaktionen
12.01.2012
IT Projekt

IT-Learnings: Bugtracking als gelebtes Fehlerbewusstsein

— abgelegt unter: , ,

In jedem Unternehmen, bei jedem Prozess geschehen Fehler. Doch wo im Business-Alltag oft gegenseitige Schuldzuweisungen und das Weiterschieben von Verantwortlichkeiten die Folge sind, haben IT-ler nicht nur eine richtig gehende Fehlerkultur entwickelt, sondern auch noch ausgefeilte Methoden entwickelt, mit diesen 'Bugs' fertig zu werden.

IT-Learnings Bugtracking.jpg

IT-Learnings: Bugtracking

Wie selbstverständlich finden sich bei nahezu allen Entwicklungsumgebungen in der IT Funktionen, deren einzige Aufgabe das Finden von so genannten 'Bugs' ist. Allein schon der liebevolle Begriff 'Bug' – auf Deutsch 'Käferchen', führt uns vor Augen, welche innige Beziehung zwischen Entwicklern und den Fehlern, die sie, beziehungsweise die Maschinen für die sie verantwortlich sind, herrscht. Voraussetzung für eine solche Sichtweise ist die Einsicht, dass kein Programmierer und kein komplexeres Programm jemals perfekt ist. Hat man das akzeptiert, gibt es nur einen Umgang mit den Bugs: Man erkennt sie und beseitigt sie wieder.

Der Bugtracking-Prozess

Um Fehler in Programmen aufzuspüren, gehört wie selbstverständlich zur Software-Entwicklung das Testen zum festen Tagesablauf. Das tut man so oft wie möglich und die Folge des Testens - sei es durch spezielle Software, die Programmierer selbst oder durch Beta-Anwender – ist eine Liste von Fehlern.

Anzeige

Hat man diese Liste von Fehlern vorliegen, geht es ans Priorisieren der Fehlerbeseitigung. Man kann Bugs danach abarbeiten, wie sie zeitlich erkannt werden, welche gravierenden Auswirkungen sie haben oder wie dringend sie beseitigt werden müssen. Hat man diese Priorisierung vorgenommen, werden den Bugs so genannte Tickets, also Auftragsscheine zugeordnet. Diese werden wiederum vom Team nacheinander – je nach Kapazität – bereinigt; anschließend erfolgt ein erneutes Testen, um die Auswirkungen der Änderungen zu überschauen.

Sie als Entscheider können hierbei viel lernen: Erstens, dass Fehler etwas ganz natürliches in jedem Prozess auftauchen – ob maschinell oder durch Menschen verursacht. Und zweitens, dass die einzige Art mit ihnen Umzugehen ist, sie möglichst effizient abzuarbeiten. Viele Ressourcen – auch menschliche – werden durch eine falsche Fehlerkultur verschlissen. Neid, Mobbing und Machtgehabe sind oft die unnötige Folge. Entwickeln Sie deshalb - ähnlich wie beim Bugtracking – Prozesse, die einen ebenso rationalen wie rationellen Umgang mit 'Bugs' ermöglichen.

Das Bugtracking funktioniert im übrigen bereits auch abseits von Soft- und Hardware bereits bestens im Verlagswesen. Nicht nur dass man professionelle Bugtracker – auch Lektoren genannt – beschäftigt, auch befleißigt man sich der verharmlosenden Redewendung: 'Der Fehlerteufel hat sich eingeschlichen'.

Dipl. Des. Chris Herrmann
Redakteur
förderland - Wissen für Gründer und Unternehmer